Lewis Hamilton sagt nach Pirellis zweitägigem Regenreifentest in Fiorano, dass die Formel 1 Reifendecken auf den Extremregenreifen wieder zulassen sollte, nachdem der Einsatz im Test für ihn sofort einen spürbaren Unterschied gemacht habe. Als er Pirelli bat, die Decken wieder zu montieren, sei es „viel besser“ gewesen.
Der Ferrari-Pilot absolvierte im April bei dem offiziellen Pirelli-Testprogramm 300 Runden in zwei Tagen und bezeichnete die Ausfahrt als körperlich hart. „Fiorano war schmerzhaft, weil es 300 Runden in zwei Tagen waren“, sagte Hamilton. Es handelte sich dabei nicht um einen regulären Ferrari-Entwicklungstest, sondern um einen der fest zugeteilten Reifentests des Herstellers, bei denen das Team keine eigenen Updates einsetzen darf und den von Pirelli vorgegebenen Ablauf fährt.
Genau in diesem Rahmen drängte Hamilton auf eine Neubewertung der 2023 gestrichenen Reifendecken für Extremregenreifen. Die Decken waren aus Gründen der Nachhaltigkeit und zur Senkung des Energieverbrauchs abgeschafft worden. Hamilton hält die Entscheidung aber weiter für problematisch, wenn die Bedingungen am rutschigsten sind und die Fahrer schon in den ersten Kurven sofort Grip brauchen.
Er verwies darauf, dass Pirelli nach seinem Input bereits bei den Intermediates eine Änderung an den Reifendecken vorgenommen habe. „Sie haben eine Änderung an den Decken für die Intermediates vorgenommen, und das war etwas, das ich vorgeschlagen und vorangetrieben habe, und das war großartig“, sagte Hamilton. Für ihn zeigt das, dass auch innerhalb der bestehenden Vorgaben noch Anpassungen möglich sind.
Noch klarer fiel sein Urteil über die Extremregenreifen aus. Hamilton sagte, Pirelli müsse die Decken „unter den rutschigsten Bedingungen“ wieder auf diese Reifen setzen. In Fiorano ließ er genau das ausprobieren. „Ich habe sie gebeten, sie wieder draufzumachen, und es war viel besser“, sagte er. Aus seiner Sicht würde ein Reifen, der sofort funktioniert, den Fahrern gerade in den heikelsten ersten Kurven mehr Vertrauen und damit mehr Sicherheit geben.
Pirelli sammelte in Fiorano dabei nicht nur Fahrerfeedback, sondern auch Entwicklungsdaten. Mario Isola, Motorsportchef von Pirelli, sagte Medien einschließlich RacingNews365, man habe „mehrere verschiedene Prototypen getestet, einschließlich der neuen Profildesigns, die wir planen“, und dabei gutes Feedback erhalten. Zugleich warnte er davor, die Ergebnisse von Fiorano isoliert zu betrachten, weil die Strecke „ziemlich speziell“ sei.
Deshalb will Pirelli die in Fiorano mit Hamilton getesteten Lösungen bei einem weiteren Regenreifentest Mitte Mai in Magny-Cours gegenprüfen. Isola sagte, das Ziel sei, einige dieser Ansätze dort zu validieren. Damit bekommt Hamiltons Vorstoß über einen anstrengenden Test hinaus direkt sportliches Gewicht: Wenn sich der Eindruck auf einer zweiten Strecke bestätigt, könnte die Debatte über Reifendecken auf Extremregenreifen in der Formel 1 neu Fahrt aufnehmen.
© Kevin Grieve