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Hamilton erklärt Ferrari-Verzicht als Formschub

Lewis Hamilton sagt, dass sein Verzicht auf Ferraris Simulator seit dem Kanada-Grand-Prix ein entscheidender Grund für seinen Formanstieg in der Formel 1 ist. In Spa-Francorchamps erklärte er, dass er das System weiterhin nicht nutzt und dass ihm diese Entscheidung „massiv“ geholfen habe.

Auf die Frage, ob er den Simulator seit Kanada überhaupt benutzt habe, antwortete Hamilton knapp mit „Nein“. Auf die Nachfrage, wie sehr das zu seiner jüngsten Ergebnisserie beigetragen habe, sagte er mit einem Lächeln: „Massiv.“ Damit machte der siebenmalige Weltmeister ausgerechnet in einer Zeit, in der Simulatorarbeit für Teams als zentraler Baustein gilt, ein technisches Problem zum Kern seiner eigenen Leistungswende.

Hamilton hatte die Arbeit mit dem Ferrari-Simulator vor dem Kanada-Grand-Prix eingestellt, weil er mit der Korrelation unzufrieden war und sich nach eigener Einschätzung damit nicht richtig auf die Rennwochenenden vorbereiten konnte. Direkt danach kam die Wende: In Kanada wurde er Zweiter, danach folgte eine Serie von Podestplätzen, zu der auch sein emotionaler Sieg in Spanien gehörte.

Hamilton begründete seinen Schritt mit langer Erfahrung. „Ich fahre seit 1997 Simulatoren, und sie können wirklich starke und sehr nützliche Werkzeuge sein, aber sie können dich auch in die Irre führen“, sagte er. Gerade im vergangenen Jahr habe er das besonders stark erlebt. Ähnliche Erfahrungen habe er zuvor auch bei Mercedes gemacht. Sein Fazit fiel eindeutig aus: „Seit ich aufgehört habe, ist meine Leistung viel, viel besser geworden.“

Die Zahlen stützen zumindest den Eindruck eines klaren Aufschwungs. Seit seinem Rückzug aus dem Simulator soll Hamilton in diesem Zeitraum 96 Punkte geholt haben, mehr als jeder andere Fahrer. Kimi Antonelli kommt in derselben Spanne auf 79, George Russell auf 74 und Charles Leclerc auf 49, wobei bei diesem Vergleich auch Pech bei Mercedes und Leclercs eigene Rückschläge eine Rolle spielten.

Im Fahrerlager von Spa wurde Hamiltons Haltung allerdings eher als Korrelationsthema denn als grundsätzliche Absage an Simulatorarbeit eingeordnet. Max Verstappen sagte, ein Simulator sei „natürlich“ nicht ideal, wenn die Abstimmungsarbeit nicht mit der Realität übereinstimme. Gleichzeitig sei er für das Team weiter sehr nützlich, weil dort ständig Updates, neue Ideen und Entwicklungen getestet würden.

Alex Albon argumentierte ähnlich. Der Williams-Fahrer sagte, alles hänge davon ab, wie gut Auto, Reifenmodell und Physik mit dem Simulator korrelieren. Wenn es dabei „Zweifel oder Fragezeichen“ gebe, werde es „sehr schwer“, Set-up-Änderungen im Simulator zu erarbeiten und sie auf der Strecke dann vollständig mitzutragen. Er sagte auch, dass er verstehe, woher Hamiltons Sicht komme.

Esteban Ocon zeichnete bei Haas ein gemischtes Bild. Der Franzose sagte, sein Team habe auf der Motorenseite „eine sehr gute Korrelation zwischen dem Motor auf der realen Strecke und dem Motor im Simulator“. Beim Rest tue sich Haas schwerer. Der Simulator bleibe nützlich, gerade für Abläufe und Vorbereitung, „aber vielleicht weniger als im vergangenen Jahr oder in den Jahren davor“, besonders auf der Chassis-Seite.

Hamiltons Aussage trifft damit einen empfindlichen Punkt moderner Formel-1-Arbeit: Nicht die bloße Nutzung des Simulators entscheidet, sondern ob Fahrer und Team ihm vertrauen können. In seinem Fall hat gerade der Verzicht darauf aus einem technischen Zweifel einen handfesten Leistungsvorteil gemacht.