© Eterna

Gasly rätselt über Alpine-Problem seit Miami

Pierre Gasly hat nach seinem achten Platz beim Kanada-Grand-Prix offengelegt, dass Alpine seit Miami auf seiner Garagenseite einem klar in den Daten sichtbaren, aber weiter ungeklärten Problem hinterherfährt, das das Fahrgefühl und vor allem die Traktion seines A526 verändert hat.

Der Franzose machte deutlich, dass das Ergebnis in Montreal die Lage eher kaschierte als erklärte. Er sprach von Schadensbegrenzung, nachdem er sich von Startplatz 14 noch in die Punkte gearbeitet hatte. Das Problem bestehe „seit der ersten Runde im Training in Miami“, sagte Gasly. Alpine sehe in den Daten „ziemlich klar“, was passiere, müsse aber noch verstehen, woher es komme. Für Monaco müsse genau daran gearbeitet werden.

Schon nach dem Qualifying in Montreal hatte Pierre Gasly, Alpine-Pilot, den Ernst der Lage beschrieben. „Ich weiß seit Miami nicht wirklich, was vor sich geht, aber im Moment sind wir auf meiner Seite absolut nirgendwo“, sagte er. „Es wäre ein einfaches Top-10-Ergebnis gewesen, das Auto war ziemlich konstant, aber ich konnte nicht bremsen, nicht einlenken, nicht beschleunigen. Es gab keinen Grip.“ Er hoffte, dass das Team die Antworten finden könne.

In Kanada reagierte Alpine mit einer technischen Ausschlussprozedur. Nachdem Gasly sich nur als 19. für den Sprint qualifiziert hatte, brach das Team die Parc-fermé-Bedingungen, änderte das Setup und baute an seinem Auto wieder den alten Unterboden ein statt des neuen Unterbodens, der an diesem Wochenende eingeführt worden war. Gasly fuhr damit eine Hybrid-Konfiguration, während Teamkollege Franco Colapinto das volle Paket einsetzte.

Für Gasly spricht das gegen eine simple Erklärung. Er wollte sich nicht dazu äußern, ob Upgrades wieder entfernt worden seien, betonte aber, dass „grundsätzlich“ seit Miami etwas nicht mehr zusammenpasse. Auch die Unterschiede in den Daten seien zwar sichtbar, doch nicht so, dass sich der von ihm gespürte Rückstand allein über Setup oder ein einzelnes Teil erklären ließe. „Ich denke, es ist etwas Grundsätzlicheres als Upgrades“, sagte er. „Auf den Daten gibt es ganz klar Dinge, die keinen Sinn ergeben, aber wir haben die Lösung noch nicht gefunden.“

Steve Nielsen, Alpine-Generalmanager, sagte Autosport, Gasly sei das gesamte Wochenende über mit der Balance des Autos unzufrieden gewesen. Ihm habe im Vergleich zum anderen Auto Abtrieb gefehlt. Warum, wisse das Team nicht wirklich. Im Rennen habe das Problem aber zu verschwinden geschienen, was die Analyse in Enstone umso wichtiger mache.

Sportlich ist die Auswirkung längst sichtbar. Gasly wurde in den vergangenen vier Qualifying-Sessions einschließlich Sprint-Formaten von Colapinto geschlagen. Über die vergangenen zwei Grand Prix holte Gasly 5 Punkte, Colapinto 14. Trotzdem liegt Gasly in der WM weiter auf Rang acht und ist damit der bestplatzierte Fahrer außerhalb von Mercedes, McLaren, Ferrari und Max Verstappens Red Bull. Gerade deshalb wiegt die offene Frage bei Alpine schwer: Gasly punktet weiter, aber seit Miami kann er das Potenzial seines Autos nach eigener Aussage nicht mehr abrufen.