Pierre Gasly hat 14 Minuten vor Schluss des zweiten Trainings in Spa mit einem heftigen Einschlag am Ausgang von Les Fagnes die zweite rote Flagge ausgelöst und Alpine trotz eines ermutigenden Freitags vor eine aufwendige Nachtschicht gestellt.
Der Franzose verlor auf einer schnellen Runde das Heck seines Alpine, streifte die äußere Begrenzung, drehte sich weiter und schlug noch einmal ein. Vor allem das Heck des A526 wurde schwer beschädigt. Gasly versuchte zunächst noch weiterzufahren, schaffte es wegen des Zustands des Autos aber nicht zurück an die Box. Die Unterbrechung dauerte rund zwölf Minuten, danach blieben nur noch etwa zwei Minuten, in denen praktisch nur noch Probestarts möglich waren.
Gasly erklärte danach, er müsse nun verstehen, was in FP2 passiert sei. Er habe „ein großes Übersteuern“ gehabt und das Auto verloren. „Es war ein riesiger Heckausbruch. Es hat einfach deutlich länger gedauert, es wieder einzufangen, und als es sich erholt hatte, war ich schon neben der Strecke und konnte nicht mehr zurück auf die Strecke“, sagte er. Mit Blick auf Samstag ergänzte er: „Das war nicht das Ende des Tages, das wir wollten, aber ich bin sicher, dass die Jungs das Auto für morgen wieder hinbekommen, und dann konzentrieren wir uns darauf, in die Top 10 zu kommen.“
Steve Nielsen, Managing Director von Alpine, ordnete den Unfall als kleine Unsauberkeit mit großen Folgen ein. Gasly habe in Kurve 14 „einen kleinen Heckausbruch“ gehabt, „der ihn leider auf den Kerb und dann in die Barriere gebracht hat“. Nielsen sagte: „Ein kleiner Fehler, der auf vielen anderen Strecken ohne Folgen geblieben wäre. Aber auf dieser Strecke wirst du an manchen Stellen sofort bestraft, und genau das ist passiert.“
Gerade deshalb war der Einschlag für Alpine besonders bitter. Das Team wirkte am Freitag konkurrenzfähiger als zuletzt und zeigte nach drei Grand Prix ohne Q3-Einzug ein deutlich besseres Bild. Franco Colapinto fuhr in FP2 auf Rang sieben und lag 0,147 Sekunden vor dem nächstschnellen Mittelfeldauto von Arvid Lindblad im Racing Bull. Auch Gasly selbst war laut Nielsen ordentlich unterwegs, allerdings wurde ihm eine „vernünftig konkurrenzfähige“ Runde wegen Track Limits in Kurve 4 gestrichen.
Trotz des Rückschlags gab Alpine Entwarnung für Samstag. Nielsen sagte: „Pierre ist in Ordnung, das Auto ist nicht in Ordnung.“ Zugleich erklärte er, dass für die Nacht ohnehin ein PU-Wechsel an Gaslys Wagen geplant gewesen sei, weshalb „die Hälfte der Arbeit sowieso schon anstand“. Für den weiteren Ablauf des Wochenendes klang er deshalb zuversichtlich: „Kein Problem, morgen bereit zu sein.“
© Jonathan Borba