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Gasly-Überschlag stürzt Miami-GP früh ins Chaos

Der Miami Grand Prix wurde schon in Runde 6 durch ein frühes Safety Car geprägt, nachdem Isack Hadjar nach einem Einschlag in die Mauer ausgeschieden war und Pierre Gasly kurz darauf nach einer Kollision mit Liam Lawson einen Überschlag hatte.

Innerhalb weniger Augenblicke verlor das Rennen in Florida seinen Rhythmus. Zunächst flog Hadjar in der technischen Schikane ab, nachdem er die Kontrolle über seinen Red Bull verloren hatte. Er berührte die Mauer vorne links und schlug so hart ein, dass die Lenkung beziehungsweise die Lenksäule beschädigt wurde. Damit war sein Rennen sofort beendet.

Der Unfall wirkte noch wie ein isolierter Fahrfehler, doch kurz danach folgte der deutlich schwerere Zwischenfall. Gasly kämpfte mit Lawson auf dem Weg zur letzten Kurve Rad an Rad, als es zur Berührung kam. Der Alpine wurde hochgeschleudert, überschlug sich und kam auf dem Dach beziehungsweise nach einem Überschlag zum Stillstand. Trotz der Wucht des Crashs konnte Gasly sein Auto allein verlassen. Nach den Berichten schien er unverletzt zu sein.

Für die Rennleitung blieb keine andere Wahl, als in Runde 6 das Safety Car auf die Strecke zu schicken. Das Feld wurde neutralisiert, während die Strecke von Trümmern und den beiden Unfallwagen geräumt wurde. Auch Lawsons Racing Bulls schied im Zusammenhang mit dem Zwischenfall aus. Parallel dazu nahmen die Stewards den Kontakt zwischen Lawson und Gasly unter Untersuchung. Sollte Lawson als Hauptverantwortlicher eingestuft werden, könnte eine Strafe bis zum nächsten WM-Lauf in Kanada nachwirken.

Der Doppelschlag veränderte die Anfangsphase des Rennens auch strategisch sofort. Max Verstappen hatte sich schon in den ersten Kurven mit einem Dreher selbst in Schwierigkeiten gebracht, dabei mehrere Positionen verloren und sich aus einer guten Ausgangslage ins Mittelfeld zurückgeworfen. Das Safety Car gab Red Bull dann die Möglichkeit, ihn ohne großen Zeitverlust hereinzuholen. Verstappen wechselte auf harte Reifen und konnte damit die restliche Distanz von 57 Runden ins Visier nehmen.

Gerade deshalb war die Neutralisation mehr als nur eine Sicherheitsmaßnahme. Sie sortierte das Rennen neu, nachdem der Start ohnehin hektisch verlaufen war. Verstappen blieb bei seinem Dreher zwar ohne Fremdkontakt, verlor aber entscheidend an Boden. Vorne hatte sich Charles Leclerc an die Spitze gesetzt, Lando Norris folgte dahinter, und auch Kimi Antonelli gehörte zu dieser frühen Spitzengruppe.

Doch obwohl an der Spitze die üblichen strategischen Fragen bereits begannen, lag der Schwerpunkt der ersten Rennminuten klar woanders. Zwei separate Unfälle zweier französischer Fahrer innerhalb kürzester Zeit kippten den Grand Prix in ein Chaos, das den weiteren Verlauf bestimmte. Besonders Gaslys Überschlag machte aus einer wilden Anfangsphase ein Sicherheits- und Schlüsselmoment für das gesamte Rennen, weil er das Feld zusammenschob und den Takt für die Strategie aller Verfolger neu setzte.