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Formel 1 prüft Vegas und Europa als Notfallplan

Liberty Media und die Formel-1-Teams arbeiten für das Saisonende 2026 an mehreren Notfallszenarien, weil die geplante Rückkehr von Bahrain und ein Finale mit Katar und Abu Dhabi wegen der Lage im Nahen Osten und offener Versicherungsfragen weiter unsicher sind.

Die bevorzugte Lösung von FOM bleibt nach übereinstimmenden Berichten, Bahrain wieder in den Kalender zu holen und Katar sowie Abu Dhabi am Jahresende zu behalten, auch wenn dafür die Schlussphase der Saison umgebaut werden müsste. Nach Informationen von Marca wäre sogar eine Verschiebung des Abu-Dhabi-Grand-Prix auf den 20. Dezember denkbar, um Bahrain noch unterzubringen.

Genau dieser Plan steht aber unter Druck. Auslöser sind nicht nur die anhaltenden geopolitischen Risiken nach den militärischen Zwischenfällen mit Iran, den USA und Golf-Staaten. Hinzu kommt ein praktisches Problem mit großer Tragweite: Mehrere deutsche Versicherer sollen Einsätze in einer aktiven Konfliktzone derzeit nicht decken. Davon wären laut den Berichten besonders DHL sowie Mercedes und Audi betroffen. Österreich zitierte dazu die Einschätzung, dass DHL, Mercedes und die Teams, die einen Teil ihres Materials per Fracht in die Region schicken, besonders gegen die Austragung dieser Rennen seien, weil die Sicherheit ihrer Mitarbeiter aktuell nicht garantiert werden könne.

Eine FOM-nahe Quelle erklärte laut den zitierten Berichten: „Die Entscheidung wird wegen der logistischen Zwänge, der Organisation, des Ticketverkaufs sowie der Reise- und Hotelbuchungen nicht überstürzt und könnte bis nach der Sommerpause verschoben werden.“ Damit hält sich die Formel 1 zwar Handlungsspielraum offen, viel Zeit bleibt aber nicht mehr.

Deshalb liegen konkrete Ersatzpläne bereits auf dem Tisch. Ein Szenario wäre ein Doubleheader in Las Vegas. Weil das Rennen dort direkt von der Formel 1 organisiert wird, gilt die Strecke für FOM als strategisch wichtig. In diesem Fall könnte die Saison mit nur 21 statt der ursprünglich 24 Rennen enden, wenn die geplanten Läufe in den arabischen Ländern wegfallen. Zugleich wäre ein zweites aufeinanderfolgendes Rennen auf dem Stadtkurs operativ heikel, weil dafür Teile der Stadt länger gesperrt bleiben müssten.

Die andere ernsthafte Alternative wäre ein Saisonabschluss in Europa. Dabei werden vor allem Portimão und Barcelona genannt. Beide Strecken sollen bereits Interesse bekundet und Vorschläge bei FOM eingereicht haben. Laut Österreich hätten sie zudem einen wirtschaftlichen Vorteil, weil sie keine Antrittsgebühr verlangen müssten. Für Liberty Media wären sie damit besonders attraktive Ersatzlösungen, falls abgesagte Rennen unter höhere Gewalt fallen und versichert wären.

Der Entscheidungsdruck wächst nun spürbar. Marca und Österreich berichten, dass bis zum Belgien-Grand-Prix beziehungsweise innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen Klarheit nötig sein könnte, damit die Teams den letzten Teil der Saison logistisch vorbereiten können. Bleibt diese Sicherheit aus, müsste die Formel 1 ihre bevorzugte Rückkehr in den Nahen Osten womöglich aufgeben und das Saisonfinale kurzfristig mit Las Vegas oder europäischen Ersatzrennen neu bauen.