Die Formel 1 führt Katar und Abu Dhabi weiter als bestätigte letzte Rennen der Saison 2026, doch bei ausbleibender Entspannung im Nahen Osten soll nach Mitte September über ein europäisches Ersatzfinale entschieden werden, für das Imola als Favorit gilt.
Der Katar-Grand-Prix ist für den 29. November geplant, eine Woche später soll Abu Dhabi auf dem Yas Marina Circuit traditionell den Saisonabschluss ausrichten. Die anhaltenden politischen Spannungen in der Region haben jedoch Zweifel aufgeworfen, ob beide Veranstaltungen wie vorgesehen stattfinden können. Die Formel 1 hält deshalb an ihrem offiziellen Kalender fest, arbeitet aber zugleich an einer Alternative.
Stefano Domenicali, Formel-1-CEO, stellte in einem Mediencall zur Saisonhalbzeit mit PlanetF1.com klar, dass kurzfristig keine Entscheidung fallen werde. „Dieser Zeitpunkt wird nicht vor Mitte September kommen. Für uns sind die Rennen in Katar und Abu Dhabi heute bestätigt“, sagte er. Sollte die Lage bis dahin nicht ausreichend geklärt sein, werde die Formel 1 eine Entscheidung treffen und mitteilen, wo das europäische Rennen ausgetragen werde.
Nach dem Großen Preis der Niederlande bekräftigte Domenicali diesen Kurs auch gegenüber der Formel-1-Website. „Wir bereiten uns auf die Zukunft vor, und der Kalender ist bestätigt“, sagte er. Die Serie bleibe darauf konzentriert, den zu Beginn des Jahres angekündigten Rennkalender umzusetzen.
Die Formulierung lässt wenig Raum für ein anderes Szenario als einen klaren Wechsel nach Europa, falls Katar und Abu Dhabi nicht ausgetragen werden können. Imola wird dabei als führende Option für das Wochenende vom 27. bis 29. November gehandelt, das bereits für den Katar-GP vorgesehen ist. Auch Portimão und Istanbul werden als mögliche Ersatzstrecken genannt, doch Imola gilt als wahrscheinlichster Austragungsort.
Ein Finale in Italien würde den Teams einen früheren Saisonabschluss nach einer langen Meisterschaft ermöglichen und gleichzeitig die Chance auf vertretbare Bedingungen an einem europäischen Austragungsort Ende November erhöhen. Sportlich wäre es ein erheblicher Eingriff in die geplante Schlussphase, weil der Titelkampf statt mit zwei aufeinanderfolgenden Rennen in der Golfregion unter völlig anderen Voraussetzungen entschieden werden könnte.
Abu Dhabi selbst bereitet sich derweil weiter auf das geplante Finale im Dezember vor. Saif Rashid Al-Noiaimi, CEO des Rennveranstalters Ethara, erklärte, sein Unternehmen sei „voll darauf fokussiert, erneut ein außergewöhnliches Saisonfinale im Dezember zu liefern“, und arbeite gemeinsam mit der Formel 1 an den Vorbereitungen für das Rennwochenende.
Damit bleibt Yas Marina offiziell der Endpunkt der Saison. Ob es dabei bleibt oder Imola Ende November überraschend zum Schauplatz des letzten Rennens 2026 wird, hängt von der Bewertung der Lage nach Mitte September ab.
© Jonathan Borba