© Jonathan Borba

FIA warnt nach Colapinto-Streit vor Online-Missbrauch

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Die FIA hat nach dem Grand Prix der Niederlande vor Online-Missbrauch gegen ihre Kommissare gewarnt, nachdem Mercado-Libre-Marketingchef Sean Summers ihnen wegen der Strafen gegen Franco Colapinto vorgeworfen hatte, die Integrität der Formel 1 zu zerstören.

Der Weltverband erklärte am Dienstag, seine Stewards seien nach dem Rennen in Zandvoort online attackiert worden, nachdem sie sportliche Strafen im Einklang mit dem FIA-Reglement ausgesprochen hätten. Über die United Against Online Abuse Coalition stellte die FIA klar: „Meinungsverschiedenheiten über Entscheidungen gehören zum Sport, dürfen aber niemals Drohungen oder persönliche Angriffe rechtfertigen.“ Die FIA ging dabei nicht inhaltlich auf den einzelnen Fall oder die Kritik an der Strafhöhe ein.

Auslöser der Debatte waren zwei Sanktionen gegen Alpine-Fahrer Colapinto beim Rennen am 23. August. Der Argentinier erhielt in der ersten Runde eine Durchfahrtsstrafe, weil er Yuki Tsunoda unter gelben Flaggen überholt hatte, die nach Max Verstappens Unfall gezeigt wurden. Später kam wegen eines weiteren Gelbflaggenverstoßes eine Zeitstrafe von zehn Sekunden hinzu. Colapinto wurde schließlich 14.

Der Alpine-Pilot sah vor allem die Durchfahrtsstrafe als entscheidenden Einschnitt in seinem Rennen. Er war nach eigenem Bekunden stark gestartet und zunächst in den Punkterängen unterwegs gewesen. Die gelbe Flagge sei erst sehr spät erschienen, als sein Überholmanöver auf der nassen, überhöhten Strecke praktisch beendet gewesen sei. Hart zu bremsen und auf der Geraden wieder zu beschleunigen, während andere Autos den Grip verloren hätten, wäre aus seiner Sicht gefährlicher gewesen.

„Die Durchfahrtsstrafe hat unser gesamtes Rennen beeinträchtigt“, sagte Colapinto. Er verlangte mehr Spielraum bei der Anwendung der Regeln, weil Fahrer in solchen Situationen innerhalb kürzester Zeit abwägen müssten, welche Reaktion sicherer sei. Wenn ein Auto im selben Streckenabschnitt rund 30 km/h langsamer fahre und während des Überholvorgangs eine gelbe Flagge erscheine, bleibe kaum Zeit zu reagieren, argumentierte er.

Summers, Chief Marketing Officer von Colapintos Hauptsponsor Mercado Libre, verschärfte den Konflikt anschließend mit einem Beitrag auf X. „Die FIA-Stewards zerstören die Integrität der Formel 1“, schrieb er. „In dieser Saison beweisen sie, dass sie furchtbar sind und Rennergebnisse beeinflussen. Inkompetenz? Unehrlichkeit? Beides? In der Kultur dieser Organisation ist etwas ernsthaft kaputt.“

Alpine rückte von dieser Attacke ab. Ein Teamsprecher erklärte gegenüber Crash.net, das Team habe „volles Vertrauen in die FIA und die Stewards“ bei der Durchsetzung der Regeln und bei Entscheidungen im laufenden Rennen. Alpine bezeichnete die Strafen für die Gelbflaggenverstöße in der Startphase zwar als hart, erkannte aber an, dass sie dem Wortlaut des Reglements entsprochen und für alle Teilnehmer konsistent gegolten hätten. Damit bleibt Colapintos Fall vor allem ein Beispiel für den Konflikt zwischen strikter Regelanwendung und der Frage, wie viel Ermessensspielraum Stewards in chaotischen Rennsituationen haben sollten.

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