© Jonathan Borba

FIA testet in Zandvoort Filter gegen Reifenabrieb

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Die FIA hat beim Grand Prix der Niederlande in Zandvoort erstmals zwei Prototyp-Filter in die Streckenentwässerung eingebaut, um Reifenabrieb, Mikroplastik und andere Partikel unter realen Rennbedingungen abzufangen.

Das Projekt entsteht gemeinsam mit der TU Berlin und dem deutschen Unternehmen Urbanfilter. Die beiden Einheiten sind in das Entwässerungsnetz der Strecke integriert und decken rund 3.300 Quadratmeter im Bereich der Boxengasse und der ersten Kurve, der Tarzanbocht, ab. Ziel ist es, Regenwasser abzufangen, bevor belastete Partikel das Gelände verlassen und in die Umwelt gelangen.

Der entscheidende Punkt für die FIA ist nun der Schritt aus dem Labor in den Rennbetrieb. Nicolas Aubourg, Leiter Forschung und Entwicklung der FIA, sagte, in Labortests habe das System bis zu 99 Prozent der Partikel im durchfließenden Wasser zurückgehalten, bei einem Wartungsintervall von etwa einem Jahr. „Was wir jetzt klären müssen, ist, wie sich ein Prototyp unter realen Bedingungen auf einer Rennstrecke verhält“, sagte Aubourg.

Die FIA ordnet den Versuch in ein deutlich größeres Umweltproblem ein. Ein OECD-Bericht von 2024 schätzt, dass 2020 rund 2,7 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt gelangten, eine Menge, die sich bis 2040 verdoppeln könnte. Eine von der University of Portsmouth geleitete Studie kommt zudem zu dem Ergebnis, dass Reifenpartikel weltweit etwa 28 Prozent der in die Umwelt gelangenden Mikroplastikmenge ausmachen.

Gleichzeitig betont der Weltverband, dass der direkte Beitrag des Motorsports zu dieser Belastung gering sei, weil an einem Grand-Prix-Wochenende nur 22 Autos auf einem geschlossenen Kurs fahren. Genau darin sieht die FIA den Vorteil von Zandvoort: Das Rennwochenende dient nicht in erster Linie als Problemfall, sondern als kontrollierte Testumgebung für eine Technik, die später auch außerhalb des Sports eingesetzt werden könnte.

Aubourg sagte, falls es gelinge, die Promoter anderer Stadtkurse von solchen Filtern zu überzeugen, könne man mit weniger Partikeln fahren, die das Gelände verlassen, und die Systeme danach für den normalen Straßenverkehr an Ort und Stelle belassen. „Das würde eine erhebliche Menge an Partikeln bedeuten, die nicht in die Umwelt gelangen.“

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