© Adriaan Greyling

FIA peilt für 2031 einfachere F1-Motoren an

Die FIA will in den nächsten zwei bis drei Monaten die Richtung für die Formel-1-Motoren ab 2031 festlegen und spätestens bis Jahresende etwas Konkretes auf Papier haben, weil die Schwächen der aktuellen Hybridformel schon jetzt eine Kurskorrektur erzwingen.

Jan Monchaux, FIA-Technikdirektor für Einsitzer, machte klar, wie eng der Zeitplan ist. „Wir müssen alles in den nächsten zwei bis drei Monaten abschließen. Ich hoffe, es dauert nicht viel länger. Spätestens bis Ende des Jahres muss etwas Konkretes auf dem Papier stehen“, sagte er. Der Grund ist nicht nur der lange Entwicklungsvorlauf für eine neue Power Unit, sondern auch die Einsicht, dass die aktuelle Formel ihre größten Schwächen bereits offengelegt hat.

In den ersten Gesprächen mit den Herstellern zeichnet sich deshalb eine deutlich einfachere Architektur ab. Als bevorzugte Richtung gilt ein Turbo-V8 mit standardisierter MGU-K, weiterhin mit nachhaltigem Kraftstoff, aber mit deutlich kleinerem Elektroanteil als unter den 2026er Regeln. Monchaux sagte, alle Hersteller hätten den Wunsch geäußert, Kosten zu senken und die Motoren zu vereinfachen. „Angesichts der finanziellen Situation der Hersteller hat die Reduzierung der Kosten absolute Priorität“, sagte er.

Damit reagiert die FIA auf ein Grundproblem, das intern längst über die aktuelle Regelgeneration hinausweist. Die heute gültige Formel gilt in weiten Teilen als Kompromiss, der zwar viele Interessen aufgenommen, am Ende aber niemanden wirklich zufriedengestellt hat. Nikolas Tombazis, technischer Chef der FIA, erinnerte daran, dass einige Hersteller bei der Ausarbeitung der aktuellen Regeln erklärt hätten, sie würden „nie mehr einen neuen Verbrennermotor entwickeln“ und einen Zeitpunkt genannt hätten, ab dem sie nur noch Elektroautos bauen würden. Das sei so nicht eingetreten.

Für die nächste Generation will die FIA daraus Konsequenzen ziehen. Tombazis sagte, man dürfe sich „nicht von den weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig machen“ und „nicht von den Autoherstellern in Geiselhaft nehmen lassen“. Die Hersteller sollten zwar eingebunden sein, doch die Formel 1 dürfe nicht verwundbar werden, falls jemand aussteigen wolle.

Ganz ohne die Hersteller geht der Kurswechsel trotzdem nicht. Tombazis betonte in einem Interview, für die künftige Motorenarchitektur liege „alles auf dem Tisch“. Zugleich stellte er klar, dass ein grundlegender Umbau „nur mit dem Konsens der Hersteller“ möglich sei und nicht etwas sei, das die FIA allein durchsetzen könne.

Dass diese Debatte schon jetzt mit Nachdruck geführt wird, zeigt auch, wie kritisch die aktuelle Lage intern bewertet wird. Im vergangenen Jahr wurde hinter den Kulissen sogar darüber gesprochen, die nächste Motorengeneration schon 2029 oder 2030 zu bringen, um den laufenden Zyklus schneller zu beenden. Dieser Plan scheiterte aber vor allem am Widerstand von Audi und Honda, die nach nur drei Jahren nicht schon wieder eine neue Power Unit entwickeln wollten und ihre laufenden Investitionen über den ursprünglich geplanten Fünfjahreszyklus abschreiben wollen.

Damit bleibt 2031 der wahrscheinlichste Termin für den Neustart. Entscheidend ist nun, ob die FIA aus dem als Fehlkonstruktion wahrgenommenen Kompromiss der aktuellen Regeln tatsächlich eine robustere Formel macht: weniger komplex, günstiger und mit klar reduziertem Hybridanteil.