Ferrari hat nach Ansicht von Ex-Renningenieur Rob Smedley nur dann eine echte Chance auf den Fahrertitel 2026, wenn das Team Lewis Hamilton vor Charles Leclerc priorisiert.
Smedley begründete das nach dem Grand Prix von Großbritannien im Podcast High Performance Racing mit der Lage in der Fahrerwertung. Kimi Antonelli führt für Mercedes mit 179 Punkten vor George Russell mit 154. Hamilton liegt mit 147 Punkten auf Rang drei, Leclerc ist mit 108 Punkten Vierter und damit 71 Zähler hinter Antonelli.
Rob Smedley, ehemaliger Ferrari-Renningenieur, sagte im High Performance Racing Podcast über ein mögliches Eingreifen mit Blick auf die Weltmeisterschaft: „Ich stimme dem zu 100 Prozent zu. Ich werde jedoch gegen meine eigene Logik ankämpfen und sagen, dass ich tatsächlich glaube, dass ein so extremes Vorgehen die einzige Chance für Ferrari ist, diese Weltmeisterschaft zu gewinnen.“
Brisant an Smedleys Position ist, dass sie unmittelbar nach Leclercs emotionalem Silverstone-Sieg kommt. Gerade obwohl Leclerc dort stärker wirkte, hält Smedley einen offenen teaminternen Kampf für zu teuer, wenn Ferrari Mercedes im Titelrennen noch abfangen will. Er verwies dabei auf ein hypothetisches Szenario, in dem man während des Rennens mit Blick auf die Meisterschaft sogar die Autos getauscht hätte.
„Ich denke, wenn sie versuchen, das Spiel mitzuspielen, Mercedes auf der Autoseite zu überholen, und dann das Spiel mitspielen, den Fahrern bei einem so großen Rückstand zwischen Lewis und Charles das freie Rennen zu erlauben, sinkt die Wahrscheinlichkeit für sie, die Fahrer-Weltmeisterschaft zu gewinnen, erheblich“, sagte Smedley. Er sieht in einer klaren Ausrichtung auf Hamilton damit den einzigen realistischen Weg, Hamilton im Titelkampf zu halten.
Genau dieser Forderung widersprach Maurizio Arrivabene. Maurizio Arrivabene sagte als Gast bei Sky in „Race Anatomy“: „Gestire Leclerc e Hamilton? Secondo me non è così difficile come sembra. Al momento buono si farà una scelta. Ma ora l’unica scelta da fare è stare davanti alla Mercedes.“ Damit lehnte er eine sofortige interne Hierarchie ab und setzte den Schwerpunkt zunächst auf den direkten Kampf gegen Mercedes.
Ferraris Titelstrategie ist damit schon zur Saisonmitte zum Streitfall geworden. Die entscheidende Frage ist nun nicht nur, ob der SF-26 Mercedes schlagen kann, sondern ob Ferrari bereit ist, den Kampf um die Fahrer-WM früh auf Hamilton zuzuschneiden, obwohl Leclerc zuletzt das stärkere sportliche Signal gesetzt hat.
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