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Brundle fordert FIA-Änderung nach Silverstone-Ende

Martin Brundle hat die FIA aufgefordert, die aktuellen Safety-Car- und Überrundungsregeln der Formel 1 zu überprüfen und zu ändern, nachdem der Grand Prix von Großbritannien nach einem späten Unfall von Max Verstappen und einer irrtümlichen Restart-Anzeige hinter dem Safety Car zu Ende gegangen ist.

In Silverstone wurde das Safety Car in Runde 48 des 52-Runden-Rennens ausgerufen, nachdem Verstappen in Stowe im Kiesbett gelandet war. Auf den Monitoren erschien in Runde 51 die Meldung „Safety Car In This Lap“, was die Erwartung eines letzten Rennrunden-Sprints auslöste. Dazu kam es aber nicht. Charles Leclerc gewann, während das Feld weiter neutralisiert blieb.

Die FIA erklärte nach dem Rennen, dass die Rennleitung das Verfahren nach Artikel B5.13.5 korrekt angewendet habe. „The Safety Car period regulation, Article B5. 13.5, states that one lap must be completed following the unlapping procedure“, teilte der Verband mit. „This process was followed by Race Operations.“ Die Anzeige „Safety Car In This Lap“ sei dagegen „displayed erroneously due to a software error“ gewesen.

Für Martin Brundle, Ex-Formel-1-Fahrer und Sky-Sports-F1-Analyst, war damit aber nur ein Teil des Problems erklärt. Er kritisierte im Sky-Sports-F1-Programm nicht nur die fehlerhafte Anzeige, sondern die Logik der Regel selbst. „Was auch immer das Reglement sagt, es ist nicht richtig, zu warten, besonders auf langen Strecken“, sagte Brundle. „Wenn sie eine halbe Silverstone-Runde entfernt sind, werden sie bei noch einer verbleibenden Runde nicht mehr im Weg sein.“

Brundle verwies darauf, dass der Sinn der Regel eigentlich darin liege, überrundete Autos aus dem Kampf an der Spitze herauszuhalten. Dieses Ziel lasse sich aus seiner Sicht auch ohne das derzeitige Verfahren erreichen. „Man muss sie nicht ganz ans Ende des Feldes zurückbringen. Es reicht, sie einfach zurückfallen zu lassen. Auch für die Show ist das besser“, sagte er.

Dabei stellte er auch die Auslegung der Vorschriften infrage. Laut Brundle schreibe der Wortlaut vor, dass nach dem Überholen der Führungsrunde durch die überrundeten Fahrzeuge das Safety Car seine Lichter löscht. Eine Pflicht, zu warten, bis diese Autos tatsächlich am Ende der Schlange angekommen sind, lese er dort nicht heraus. „Es steht nicht drin, dass sie am Ende der Schlange sein müssen“, sagte Brundle. „Es gibt nichts, das besagt, dass man warten muss, bis sie dort angekommen sind.“

Brundle machte damit klar, dass es für ihn nicht nur um die Verwirrung durch die falsche Meldung geht, sondern um ein Regelwerk, das auf langen Kursen wie Silverstone oder Spa aus seiner Sicht zwangsläufig zu anti-klimatischen Finalphasen führen kann. Er sagte auch, dass er keine Bestimmung finde, die ein zusätzliches Warten von einer Runde zwingend mache, fügte aber hinzu, dass die Regel in jedem Fall geändert werden müsse.

Als Ausweg schlug Brundle vor, überrundete Autos künftig entweder direkt hinter das Feld zurückfallen zu lassen, statt den kompletten Unlapping-Ablauf durchzuziehen, oder notfalls einen Neustart nach roter Flagge in Betracht zu ziehen, auch wenn das mehr Prozedur und Zeit kostet. Entscheidend sei, dass das Rennen am Ende wieder zu einem sportlichen Finish werde. „Die Zuschauer hier und die Menschen weltweit vor dem Fernseher oder online haben ein Recht auf ein Finish, das sich wie ein Rennen anfühlt“, sagte er. In seiner Sky-Kolumne formulierte er den Vorwurf noch schärfer: „Stattdessen priorisieren wir Fahrer, die an diesem Tag aus welchem Grund auch immer nicht gut genug waren, statt der Führenden und vor allem der Fans.“