David Coulthard hat Zak Browns Kritik am Red-Bull-Modell mit zwei Formel-1-Teams zurückgewiesen und argumentiert, dass Red Bull das frühere Minardi erst zu einem konkurrenzfähigen Top-10-Team gemacht habe und bei einem erzwungenen Verkauf heute trotzdem noch massiv profitieren würde.
Auslöser der Debatte war ein Brief von McLaren-CEO Zak Brown an die FIA zu Beginn des Jahres. Darin forderte er strengere Regeln für Mehrfachbesitz in der Formel 1, weil solche Strukturen aus seiner Sicht die sportliche Integrität gefährden. Brown verwies dabei auf Beispiele der Zusammenarbeit zwischen Red Bull Racing und Racing Bulls und plädierte dafür, das Modell schrittweise auslaufen zu lassen, bis beide Organisationen vollständig unabhängig arbeiten.
Coulthard sagte im Up to Speed-Podcast, dass Browns Position im Fahrerlager durchaus Rückhalt bekomme, ohne dass bislang konkrete Schritte beschlossen worden seien. „Das sind ganz klar die Kommentare, die wir öffentlich von Zak Brown bei McLaren gehört haben“, sagte der frühere Formel-1-Fahrer. Er ergänzte, auch Toto Wolff habe auf Unabhängigkeit und die Bedeutung unabhängiger Teams verwiesen, „also baut sich in diese Richtung ganz offensichtlich eine gewisse Dynamik auf“. Gleichzeitig stellte er klar: „Ich glaube aber nicht, dass es dazu eine offizielle Direktive gegeben hat, und es wurde auch nichts angekündigt.“
Coulthards Gegenargument zielt auf die Entwicklung des Teams selbst. Red Bull kaufte Minardi 2005 und formte die Mannschaft über Toro Rosso und AlphaTauri bis zum heutigen Racing Bulls um. Für Coulthard wird in der aktuellen Kritik ausgeblendet, was aus diesem Team geworden ist. Red Bull habe „ein kleines Mittelfeldteam zu einem tragfähigen Top-10-Team gemacht“, sagte er. „Das war es absolut nicht, als Red Bull eingestiegen ist.“
Er verwies auch auf die Rolle des Teams im Nachwuchsprogramm von Red Bull. Sowohl Max Verstappen als auch Carlos Sainz gaben dort ihr Formel-1-Debüt, bevor sie ihren weiteren Weg im Sport gingen.
Für Coulthard spricht selbst das mögliche Ende der Struktur nicht gegen Red Bull, sondern eher für den wirtschaftlichen Wert der Investition. Er sagte, wer nur Momentaufnahmen betrachte, verpasse einen Teil der Geschichte. Im größeren Bild habe Red Bull investiert und würde, falls es eines Tages zum Verkauf gezwungen würde, dank des Wachstums der Formel 1 in der Liberty-Media-Ära einen erheblichen Ertrag erzielen. Als Vergleich nannte er Bewertungen von weniger als 200 Millionen US-Dollar, als Williams verkauft wurde, gegenüber „wahrscheinlich 3 Milliarden Dollar heute“. Genau deshalb wäre ein Bruch mit Racing Bulls für Red Bull sportpolitisch ein Einschnitt, finanziell aber kaum ein Problem.
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