Colton Herta hat in Barcelona einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Formel 1 gemacht: Bei seinem ersten offiziellen Freien Training für Cadillac absolvierte er 27 Runden, arbeitete das komplette Programm ab und lieferte parallel sein bislang stärkstes Formel-2-Qualifying der Saison.
Im FP1 im Cadillac MAC-26 lag Herta 4,334 Sekunden hinter der Bestzeit und weniger als zwei Sekunden hinter Valtteri Bottas im zweiten Auto. Über Funk bekam er von Cadillac die Bestätigung, dass der Entwicklungsauftrag erfüllt war: „we made all our points“.
Marc Hynes, Cadillacs Chief Racing Officer, wertete den Einsatz deshalb als mehr als nur eine erste Ausfahrt. „So it's a milestone for the team, it's a milestone for the driver“, sagte Hynes. „He did a great job for us. We got the programme completed, and we got the data we needed.“
Für Herta selbst stand nach der Stunde vor allem ein Eindruck im Vordergrund: die Geschwindigkeit des Autos. „Just the speed of the car, right?“, sagte er. „The braking, the acceleration, the cornering. Every part of it is just faster than anything I've done, so it's very impressive.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass die 2026er-Autos mit ihrem Verhalten beim Fahren Vertrauen in die Vorgaben der Ingenieure verlangen. Er habe „learning the whole time“ betrieben und müsse erst lernen, darauf zu vertrauen, dass das Auto sich in bestimmten Phasen genauso verhält, wie es ihm angekündigt werde.
Gerade deshalb bekam das Barcelona-Wochenende zusätzliches Gewicht, weil Herta nicht nur im F1-Auto seinen Auftrag erfüllte. In der Formel 2 qualifizierte er sich als Achter und damit so gut wie noch nie in diesem Jahr, nachdem er zuvor 14., 14., 19. und 14. gestartet war. Das brachte ihn erstmals in seiner F2-Saison in die umgedrehte Top 3 der Sprint-Startaufstellung. Vor dem Wochenende hatte er in der Meisterschaft nur Rang 13 belegt und war nie besser als Siebter geworden.
Der Aufwärtstrend blieb aber unvollendet. Im Sprintrennen fiel Herta zunächst auf Platz fünf zurück, kämpfte sich über das Reifenmanagement wieder nach vorn, verlor dann aber durch einen Verbremser in Turn 5 in der letzten Runde ein mögliches erstes F2-Podium und wurde Fünfter. Im Hauptrennen am Sonntag baute er darauf nicht auf, verschliss seine Reifen in der Schlussphase und kam nur als 15. ins Ziel.
Trotzdem war das Wochenende für seine größere F1-Bewerbung bedeutend. Der FP1-Einsatz brachte ihm einen weiteren Superlizenz-Punkt ein, womit ihm nur noch eine Handvoll bis zu den nötigen 40 fehlt. Noch wichtiger für Cadillac dürfte sein, dass Barcelona erstmals zwei Dinge gleichzeitig zeigte: Herta konnte ein F1-Programm sauber abarbeiten und in der Formel 2 auf vertrauterem Terrain endlich einen erkennbaren Schritt nach vorn machen.
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