Cadillac bringt zum Großen Preis von Kanada ein zweites Upgrade-Paket für den MAC-26 und sieht Montreal als wichtige Chance, die Fortschritte aus Miami endlich in einen echten Schritt Richtung Mittelfeld zu verwandeln. Sergio Perez machte vor dem Wochenende klar, wie groß der Druck ist: Das Team sei in einer „massive hurry“, Leistung zu finden, „because we know Aston is going to be improving and we don't want to be left behind“.
Für Cadillac ist das in Montreal mehr als ein normales Entwicklungswochenende. Vor dem fünften Rennen seiner Debütsaison 2026 steht das Team weiter bei null Punkten in der Konstrukteurswertung und sucht nach einem Weg, sich vom Ende des Feldes zu lösen. Gerade deshalb bekommt das Kanada-Wochenende besonderes Gewicht, zumal der Circuit Gilles-Villeneuve mit seinen harten Randsteinen und seinem Stop-and-go-Charakter zu den Strecken zählt, auf denen die neuen Teile gezielt helfen sollen.
Am Auto kommen neue vordere Bremstrommeln, Diffusor-Trims und Winglets sowie neue vordere Torsionsstäbe zum Einsatz. Cadillac erwartet davon vor allem ein besseres Verhalten über die aggressiven Kerbs in Montreal. Das Paket baut auf die erste große Ausbaustufe aus Miami auf, bei der bereits Frontflügel, Unterboden, Diffusor und Hinterradaufhängung überarbeitet worden waren.
Dass es vorangeht, hat Miami aus Sicht des Teams gezeigt, aber auch, wie weit der Weg noch ist. Im Sprint-Qualifying fehlten Cadillac rund 0,3 Sekunden auf den Q2-Cut, am Samstag wuchs der Rückstand auf 1,7 Sekunden an. Perez konnte im Rennen zeitweise mit Autos aus dem Mittelfeld mithalten, kam am Ende aber nur auf die Plätze 15 und 13.
Perez wertete das Wochenende trotzdem als Ermutigung. Der Cadillac-Pilot sagte im Vorfeld des Kanada-Wochenendes, Miami sei „very enjoyable“ gewesen: „We had improved pace from the start, and we showed our ability to bring major upgrades that delivered on track. This is really encouraging.“ Der nächste Schritt sei nun, „what we have“ weiter zu verfeinern und „the real potential in all elements“ herauszuholen. Es habe „definite flashes of real progress“ gegeben, und wenn es gelinge, alles gleichzeitig zusammenzubringen, „I believe we'll be closer to the pack in front“.
Teamchef Graeme Lowdon schlug denselben Ton an, verwies aber auch auf die operative Seite des Aufschwungs. In Cadillacs Medienrunde vor Kanada sagte er, das Team habe in Miami „really well“ gearbeitet. Das erste große Upgrade-Paket habe zu einem „notable increase in performance“ geführt, beide Autos hätten Sprint und Grand Prix beendet, und zwei Boxenstopps hätten zu den zehn schnellsten des Wochenendes gezählt. Das zeige, so Lowdon, dass Cadillac „from an operational standpoint“ auf einer „strong upward trajectory“ sei.
Valtteri Bottas sieht in Montreal dennoch eine anspruchsvolle Bewährungsprobe. Der Finne sagte vor dem Wochenende, die Strecke sei „very technical“, die Mauern stünden „very close“, und wegen des Sprintformats müsse das Team schnell auf Tempo kommen. Trotzdem sei nach Miami klar, dass Cadillac „a big step forward“ gemacht habe und nun versuchen müsse, diesen Trend auf einer ganz anderen Strecke zu bestätigen.
Genau darin liegt die Bedeutung dieses Wochenendes für Cadillac: Das Team hat erste Hinweise, dass seine Entwicklung auf der Strecke ankommt, braucht in Montreal aber den Beweis, dass aus einzelnen Fortschritten ein belastbarer Anschluss an die Gruppe davor werden kann.
© Jonathan Borba