Flavio Briatore führt Alpines besseren Start in die Formel-1-Saison 2026 auf eine bewusst harte Entscheidung im Vorjahr zurück: Das Team habe 2025 geopfert, den Neustart mit Mercedes-Power vorbereitet und die Mannschaft in Enstone von Grund auf neu aufgebaut. In Monaco sagte der Alpine-Berater, der Kurs zahle sich bereits aus, nachdem das Team schon jetzt mehr Punkte geholt hat als in der gesamten Vorsaison.
Briatore beschrieb den Verzicht auf die Weiterentwicklung des 2025er Autos als kalkulierten Schritt. „If we develop the car still, we are P9 and not P10, there's no big difference“, sagte er und verwies stattdessen auf bessere Arbeit im Windkanal, eine neue Ingenieursstruktur und „the agreement with Mercedes for the power unit“ als zentrale Gründe für den Fortschritt. In einer weiteren Gesprächsrunde formulierte er die Linie noch direkter: Alpine habe sich entschieden, „Sacrificare il 2025 per pensare al 2026“.
Die Zahlen stützen diese Darstellung zumindest im frühen Saisonverlauf. Pierre Gasly, Alpine-Fahrer, sprach von einem „soliden Start“ in die neue Regelära. Nach fünf Rennen liegt Alpine mit 35 Punkten auf Rang fünf der Konstrukteurswertung, bereits 13 mehr als das Team im gesamten Jahr 2025 sammelte, als es Letzter wurde.
Briatore stellte den Aufschwung trotzdem nicht als fertige Wende dar. „We are not there yet, absolutely“, sagte er. Gleichzeitig betonte er, dass sich die interne Lage grundlegend verändert habe: „Ora abbiamo un team unito, coeso.“ Über die vergangenen anderthalb Jahre sei das Team „partendo dalle basi“ neu aufgebaut worden.
Diesen Fortschritt verknüpft Briatore auch mit der Fahrerseite. Franco Colapinto habe sich seit Miami gesteigert. „We put a new battery!“, sagte er mit Blick auf eine technische Änderung, ergänzte aber auch, der Argentinier habe sich inzwischen „settled down“. Gasly beschrieb er knapper, aber aufschlussreich: „Pierre is being Pierre“, seine Leistungen seien „always consistent“. Zusammen mache das Alpine „a little bit better, a little bit more competitive“.
Gasly sieht darin ebenfalls mehr als nur einen kurzfristigen Formanstieg. Er verwies auf die Arbeit im Werk, auf veränderte Abläufe und eine bessere Stimmung in Enstone. Nach den Zweifeln des Vorjahres sei für ihn erkennbar gewesen, dass sich hinter den Kulissen etwas bewege, auch wenn Alpine noch einen langen Weg vor sich habe.
Für Briatore endet die Geschichte des Neustarts nicht bei der Performance auf der Strecke. Er präsentierte den künftigen Gucci-Titelsponsorenvertrag als Zeichen dafür, dass sich auch die Wahrnehmung des Teams verändert. Der Deal sei „one of the big deals done“ in seiner Formel-1-Karriere. Zugleich hob er hervor, dass es nicht nur um Markenwirkung gehe: „It's Gucci Alpine, and upgrading the team.“ In seiner Darstellung ist das die eigentliche Bedeutung des frühen 2026-Aufschwungs: Alpine sammelt nicht nur mehr Punkte, sondern versucht, sich sportlich und wirtschaftlich wieder als Team mit Anspruch auf die Spitze zu positionieren.
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