© Eterna

Bearman sieht sich bereit für Ferrari-Chance

Oliver Bearman sagt, er fühle sich bereit für eine künftige Ferrari-Chance, nachdem er seine erste volle Formel-1-Saison bei Haas 2025 stark abgeschlossen und den Start in 2026 mit weiterem Nachdruck untermauert hat.

Im Gespräch mit der Daily Mail formulierte der 20-Jährige seinen Anspruch offen: „Ich fühle mich bereit. Wenn ich das nicht sagen könnte, hätte es keinen Sinn, zur Rennstrecke zu fahren.“ Zugleich schob er nach, dass sein Fokus im Alltag weiter auf Haas liege: „Ich konzentriere mich auf mich selbst und darauf, bei Haas die beste Leistung zu bringen.“

Dass diese Zuversicht mehr ist als bloßes Selbstvertrauen, zeigen seine Ergebnisse. Bearman beendete 2025 auf Rang 13 der Fahrerwertung, drei Punkte vor Teamkollege Esteban Ocon und zwei Plätze vor ihm. Nach den ersten vier Rennen der Saison 2026 liegt er mit 17 Punkten auf Platz acht, während Ocon mit einem Zähler 16. ist.

Bearman beschreibt diesen Aufstieg selbst als Folge einer besonders steilen Lernkurve. In einem Video von Haas F1 erklärte er, der Schritt aus der Formel 2 in die Formel 1 sei weit größer gewesen als nur ein anderes Auto. In der Formel 2 habe sein Team an der Strecke aus „vielleicht 20 Leuten“ bestanden, bei Haas stehe dahinter eine deutlich größere Struktur mit „fast 400 Mitarbeiter zu Hause in der Fabrik“. 2025 sei deshalb „ein wichtiges Jahr“ gewesen, sagte er, und „wahrscheinlich das Jahr, in dem ich am meisten in meinem Leben lernen werde“.

Der schwierigste Teil der Umstellung lag für ihn nicht allein im Fahren, sondern in der Rolle des Fahrers innerhalb eines Formel-1-Teams. „Die Entwicklungen, die wir am Auto machen, werden direkt davon beeinflusst, was wir als Fahrer sagen“, sagte Bearman. Genau das habe er in den Nachwuchsklassen so nicht erlebt. „Es dauert eine Weile“, sagte er über diesen Prozess. „Es hat definitiv ein paar Rennen gedauert, bis ich meine Position im Team verstanden habe.“ Diese Position sei „ganz anders als in den unteren Klassen“.

Dazu gehörte auch, sich intern Gehör zu verschaffen. Bearman sagte, er sei inzwischen „jemand, der mehr aus sich herausgeht und weniger Angst davor hat, den Mund aufzumachen und seine Meinung zu sagen“. Zu Beginn sei das schwieriger gewesen, weil man als junger Fahrer erst das Gefühl entwickeln müsse, dass die eigene Einschätzung wirklich Gewicht habe.

Sportlich wurde genau diese Entwicklung im Verlauf seiner Rookie-Saison sichtbar. Seine stärkste Phase begann in Zandvoort, wo er sich aus der Boxengasse noch auf Platz sechs vorkämpfte. Danach folgten fünf Punkteresultate in Serie. In Mexiko wurde er Vierter und stellte damit das geteilte beste Ergebnis eines Haas-Fahrers unter Teamchef Ayao Komatsu ein.

Diese Kombination aus Lernfortschritt und Resultaten macht Bearman inzwischen zu mehr als nur einem vielversprechenden Ferrari-Junior. Er hat sich bei Haas in kurzer Zeit als Maßstab im eigenen Team etabliert und damit seine Argumente für den nächsten Karriereschritt auf der Strecke geliefert.