Mattia Binotto sieht Allan McNish nach dem abrupten Abgang von Jonathan Wheatley schon nach seinem ersten Einsatz in Miami als sofortige Verstärkung für Audis Formel-1-Team. Der neue Renndirektor habe sich direkt in die Struktur eingefügt und dem Projekt an der Boxenmauer früh Stabilität gegeben.
Binotto erklärte in Miami, die Entscheidung für McNish sei naheliegend gewesen, weil der Schotte den Rennbetrieb aus mehreren Perspektiven kenne. Der frühere Fahrer und Formel-E-Teamchef verstehe die Sprache der Piloten, das Arbeiten an der Boxenmauer, das Fahrerlager, die Medien und die Partner des Projekts. Für Audi sei das gerade deshalb wichtig, weil McNish an der Strecke auch als Vertreter des Teams fungieren soll, wenn Binotto nicht bei jedem Rennen vor Ort ist.
Mattia Binotto, Audi-Projektchef in der Formel 1, sagte in einer Pressekonferenz in Miami, McNish sei ein "great fit" und ein "easy plug-in" für die Organisation gewesen. Als Renndirektor könne er ihm wegen dessen Erfahrung "voll vertrauen". Obwohl McNish in Miami ein schwieriges erstes Wochenende erlebt habe, habe er ihn selbst in einer "chaotischen Session" mit einem Lächeln an der Boxenmauer gesehen. "Das ist ein guter Start", sagte Binotto.
Gerade dieser Einstand war für McNish selbst allerdings alles andere als entspannt. Allan McNish sagte im Interview mit GRANDE PRÊMIO, sein offizielles Debüt im Formel-1-Fahrerlager für Audi sei "einer der Momente größter Nervosität" seiner Karriere gewesen. Der Druck sei nicht nur durch die Arbeit an der Strecke entstanden. Miami sei auch das größte Audi-Wochenende in Marketing und Kommunikation gewesen, wodurch für ihn zusätzlich Repräsentations-, Kommunikations- und Terminpflichten hinzugekommen seien.
McNish erklärte, er habe die Anforderungen zwischen Rennbetrieb und den weiteren Aufgaben erst austarieren müssen. Genau das machte sein erstes Wochenende zu einem Härtetest in einer Phase, in der Audi nach Wheatleys sofortigem Abschied kurzfristig eine funktionierende Lösung an der Boxenmauer brauchte.
Dass McNish sofort funktionieren muss, erhöht die Bedeutung seines schnellen Einstands. Audi liegt in seiner ersten Formel-1-Saison nach vier Rennen mit zwei Punkten nur auf Rang acht der Konstrukteurs-WM. Gabriel Bortoleto ist mit denselben zwei Zählern 15. der Fahrerwertung, Nico Hülkenberg liegt als 18. noch ohne Punkteergebnis da. Gerade in dieser Lage ist für Audi entscheidend, dass die neue Führungsstruktur an der Strecke ohne lange Anlaufzeit greift.
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