Mattia Binotto sieht Audi in der Formel 1 beim Chassis bereits auf Top-4-Niveau, hält aber einen echten Gleichstand beim Motor vor 2028 für unrealistisch. Im Podcast Beyond the Grid sagte er, das Team glaube, das viertbeste Chassis im Feld zu haben, während der nächste große Leistungssprung erst mit der Antriebseinheit kommen soll.
Binotto stützte diese Einschätzung auf interne Datenanalysen, GPS-Schätzungen und das Feedback der Fahrer. Audi liege beim Chassis aus seiner Sicht hinter Ferrari, Mercedes und McLaren. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Chassis", sagte Mattia Binotto im Beyond the Grid-Podcast. Zugleich verwies er auf eine gute Korrelation zwischen Windkanal und Simulator, was für die technische Plattform "das Wichtigste" sei. Das Auto sei "in den Kurven ziemlich schnell", und für das frühere Sauber-Team wäre ein Platz als möglicherweise viertbeste Mannschaft beim Chassis "ein herausragendes Ergebnis".
Die eigentliche Bremse des Projekts sieht Binotto an anderer Stelle. Der größte Abstand zur Spitze liege "wahrscheinlich eher bei der Performance der Power Unit, ihrer Steuerung und der Fahrbarkeit". Genau dort erwartet er keinen kurzfristigen Durchbruch, weil die Entwicklung eines Motors längere Vorlaufzeiten als die Aerodynamik braucht und Hardware-Änderungen erfordert.
Deshalb nennt Binotto 2028 und nicht 2027 als den nächsten realistischen Meilenstein. "Der nächste echte Schritt wird 2028 erfolgen", sagte er. Um Siege, Podien und konstant starke Ergebnisse zu erreichen, brauche es nicht nur Infrastruktur, Prozesse oder Teamgröße, sondern "ein exzellentes Auto" als Gesamtpaket. Den aktuellen Motor auf das richtige Niveau zu bringen, sei bis 2027 aus seiner Sicht nicht machbar, 2028 dagegen ein glaubwürdiges Ziel.
Diese Einschätzung ordnet Binotto in eine längere Audi-Roadmap ein, die bis 2030 auf den Kampf um die Weltmeisterschaft zielt. Für 2026 definiert er den Maßstab bewusst nicht über Punkte, Q3-Auftritte oder Tabellenplätze. Entscheidend sei vielmehr "die Transformation der Mentalität". Jeder im Team müsse verstehen, was es bedeute, konkurrenzfähig zu sein und Audi zu repräsentieren, damit bis zum Saisonende auch nach außen sichtbar werde, dass Audi angekommen ist und es ernst meint.
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