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Aston Martin: Tost glaubt an Honda-Wende bis 2027

Franz Tost sieht den Fehlstart von Aston Martin in der Formel-1-Saison 2026 vor allem im neuen Honda-Antrieb begründet, hält das Projekt aber trotz des desolaten Saisonbeginns für reparabel. Nach den ersten fünf Rennen ist das Team sieglos, punktlos und Letzter der Weltmeisterschaft.

Der frühere Toro-Rosso-Teamchef sagte im Podcast 15 Love - Der Business Podcast, die Lage sei für Aston Martin "momentan nicht gut" und es spielten "mehrere Faktoren" eine Rolle. Im Zentrum seiner Analyse steht die neue Motorenpartnerschaft mit Honda. Der Hersteller habe sich "beim Antrieb etwas zusammen konstruiert, was nicht so funktioniert, wie sie sich das vielleicht erwartet haben", sagte Tost. Zugleich schob er eine langfristige Abrechnung mit Honda sofort beiseite: Er kenne "die Japaner" und sei überzeugt, "dass die das Problem spätestens fürs nächste Jahr lösen werden".

Sein Optimismus speist sich aus eigener Erfahrung. Tost arbeitete von 2018 bis 2023 eng mit Honda zusammen und erlebte nach dem gescheiterten McLaren-Kapitel, wie sich der Hersteller zurückkämpfte. In den Jahren danach folgten Siege mit Red Bull und Weltmeistertitel, dazu gewann Tost mit Pierre Gasly und AlphaTauri 2020 in Monza selbst einen Grand Prix mit Honda-Power.

Für Aston Martin kommt aus Tosts Sicht erschwerend hinzu, dass Adrian Newey zu spät in das Projekt einstieg. Newey kam erst im März 2025 nach Silverstone, also zu einem Zeitpunkt, als die Entwicklung des 2026er Autos bereits seit dem 1. Januar 2025 laufen durfte. Tost nannte das "sehr spät" und für "so ein Riesenprojekt" ein "sehr, sehr kleines Zeitfenster". Je nach Einordnung bedeutete das einen Rückstand von zwei bis vier Monaten, in dem grundlegende Weichen bereits gestellt waren.

Damit erklärt sich für Tost auch, warum Aston Martin aktuell noch weit von den eigenen Ansprüchen entfernt ist. Es gebe "auch noch einiges gut zu machen", und das Team sei noch "meilenweit" von seinen Zielen entfernt. Die Probleme beschränken sich aus seiner Sicht also nicht auf eine einzelne Schwachstelle, auch wenn der Motor die sichtbarste ist.

Trotzdem verortet Tost den möglichen Wendepunkt klar in der Zukunft statt in den nächsten Wochen. Wenn Honda den Antrieb bis spätestens 2027 auf Kurs bringt und Newey genug Zeit bekommt, könne Aston Martin aus dem Fehlstart herauskommen. Über den Designer sagte Tost, er sei "eigentlich schon überzeugt", dass Newey, "wenn Adrian auch gesundheitlich in Ordnung ist", "für 2027 ein ordentliches Auto hinstellen" werde. Das macht 2027 zum Jahr, an dem sich messen lassen dürfte, ob die Aston-Martin-Honda-Neuausrichtung tatsächlich trägt.