© Jonathan Borba

Antonelli unter Druck vor Schlüsselrennen in Spa

Andrea Kimi Antonelli reist mit nur noch 25 Punkten Vorsprung auf George Russell zum Belgien-Grand-Prix nach Spa-Francorchamps, nachdem Charles Leclerc in Silverstone gewonnen hat und der Titelkampf vor dem letzten Double-Header vor der Sommerpause deutlich enger geworden ist.

Nach neun Saisonrennen führt Antonelli die Fahrerwertung weiter an, doch sein Polster ist spürbar geschrumpft. Russell ist nach seinem zweiten Platz in Großbritannien bis auf 25 Zähler herangerückt, Lewis Hamilton liegt 32 Punkte zurück, Leclerc folgt als Vierter mit 71 Punkten Rückstand.

Damit rückt Spa sofort in den Mittelpunkt des Titelrennens. Der Grand Prix vom 17. bis 19. Juli ist das zehnte Rennen der Saison 2026 und eröffnet das letzte Renn-Doppel vor der Sommerpause, in einem Moment, in dem Mercedes und Ferrari mit wachsender Schärfe gegeneinander antreten.

Auf dem Papier sollte Spa den Mercedes-betriebenen Autos entgegenkommen. Nach Silverstone ist diese Einschätzung aber nur noch mit Vorsicht zu genießen. Ferrari hat zwei der vergangenen drei Rennen gewonnen, mit Hamilton in Barcelona und Leclerc in Silverstone, und der starke Auftritt des SF-26 hat die bisherige Kräfteordnung spürbar in Frage gestellt.

Gerade deshalb bekommt das Wochenende für Antonelli zusätzliches Gewicht. Der 19-Jährige muss eine Führung absichern, die zuletzt weniger durch fehlende Geschwindigkeit als durch unglückliche Rennen unter Druck geraten ist. Gleichzeitig haben Russell, Hamilton und Ferrari die Chance, den Rückstand noch vor der Sommerpause weiter zu verkürzen.

Hinzu kommt ein Faktor, der in Spa regelmäßig alles verschieben kann. Die Strecke ist mit 7,004 Kilometern pro Runde die längste im Kalender, das Rennen geht über 44 Runden und 308,052 Kilometer. Für alle drei Tage ist zudem Regen möglich, was auf einer ohnehin schwer berechenbaren Strecke das Kräfteverhältnis im Titelkampf noch schneller kippen lassen könnte.

Spa wird damit zur frühen Bewährungsprobe für Antonelli: Gelingt es ihm nicht, seine geschrumpfte Führung zu stabilisieren, könnte aus einem bislang kontrollierten Vorsprung schon vor der Sommerpause ein offener Vierkampf mit Russell, Hamilton und dem wiedererstarkten Ferrari-Lager werden.