Bernie Ecclestone und Helmut Marko stellen sich hinter die umstrittene Formel-1-Saison 2026: Im Gespräch mit Blick nannten sie die Rennen trotz der Kritik an den neuen Regeln spannend und legten sich zugleich fest, dass WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli den Titel holen werde.
Beide verwiesen dabei nicht nur auf das sportliche Bild an der Spitze, sondern auch auf die Wirkung der neuen Ära insgesamt. Die Rennen seien aufregend, und das Zuschauerinteresse faszinierte sie, obwohl Fahrer die stärkere Betonung des Energiemanagements wiederholt kritisiert haben.
Gerade dieser Punkt bleibt für Marko aber ein Zwiespalt. Er sagte, die Energienutzung der neuen Power Units mache Rennen mitunter schwerer lesbar, weil Überholmanöver oft dadurch entstünden, dass das vorausfahrende Auto gerade die Batterie laden müsse. Die Fans liebten zwar die zusätzlichen Positionswechsel, sagte er, doch „fast niemand“ könne sicher erkennen, ob ein Manöver wirklich aus einem echten Geschwindigkeitsvorteil entstehe oder nur situationsbedingt sei. Trotzdem hält Marko dieses System für besser als DRS.
Als Beleg für den Unterhaltungswert der Saison führte er den Grand Prix von Ungarn an. Selbst auf dem Hungaroring, wo man früher oft eine Prozession bis ins Ziel gesehen habe, habe es Überholmanöver gegeben. Besonders hob Marko Max Verstappens Aktion hervor, als dieser zunächst Liam Lawson überholte und dann in Kurve 1 innen an Lewis Hamilton vorbeiging. Das sei „ohne Zweifel einer der Höhepunkte der gesamten Saison“ gewesen, sagte er.
Markos Lob für Verstappen geht über diesen einen Moment hinaus. Er sieht den Red-Bull-Ford weiterhin als schwieriges Auto an, betonte aber, dass Verstappen daraus noch immer viel heraushole. In den vergangenen vier Rennen stand er dreimal auf dem Podium, auch wenn er in der Gesamtwertung inzwischen 110 Punkte hinter Antonelli liegt.
Gerade dieser Vorsprung erklärt, warum sich Ecclestone und Marko beim Titel so deutlich festlegen. „Antonelli gewinnt den Titel“, lautete ihr gemeinsames Urteil. Der Italiener geht mit sechs Saisonsiegen in die Sommerpause, darunter fünf Erfolge in Serie zwischen China und Monaco, und führt die Weltmeisterschaft mit 50 Punkten vor Hamilton an. Damit ist aus der Debatte über die Qualität der neuen Regeln auch ein klarer sportlicher Befund geworden: Für Ecclestone und Marko ist 2026 nicht nur unterhaltsam, sondern vor allem Antonellis Jahr.
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