Kimi Antonelli hat mit seinem Sieg in Miami seine Führung in der Formel-1-WM auf 20 Punkte ausgebaut, doch ausgerechnet beim Start zeigt der Mercedes-Pilot weiter die einzige klare Schwachstelle in seinem bislang starken Saisonbeginn. Vom Pole-Startplatz verlor er in Florida die Führung schon in Kurve 1 an Charles Leclerc, bevor er sich dennoch zu seinem dritten Grand-Prix-Sieg in Folge arbeitete.
Gerade deshalb fällt das Thema nun stärker ins Gewicht. Antonelli kann sich schlechte Launches im Moment noch leisten, weil er sonntags bislang schnell genug war, um den Schaden wieder zu begrenzen. In Miami deutete sich aber an, dass McLaren, Ferrari und Red Bull näher an Mercedes herangerückt sind. Wenn er künftig beim Erlöschen der Ampeln Plätze verliert, könnte sich das deutlich schwerer korrigieren lassen als bei seinen ersten drei Siegen.
Jolyon Palmer hat Mercedes deshalb vor den kommenden Rennen in Kanada und vor allem in Monaco gewarnt. In seiner Analyse für F1 TV sagte der frühere Formel-1-Fahrer: „Es ist ein kurzer Weg bis Kurve 1 in Kanada. In Monaco ist er noch kürzer. In Kanada gibt es immerhin noch Überholmöglichkeiten. Wenn er das bis Monaco nicht in den Griff bekommt, kann er auf Pole stehen, aber er hat keine Chance zu gewinnen, wenn er dort nicht gut startet. Das ist also der große Punkt, an dem er arbeiten muss.“
Antonelli selbst machte nach Miami keinen Versuch, das Problem kleinzureden. Der Mercedes-Fahrer sagte den Medien: „Heute war es, um ehrlich zu sein, nicht so schlecht. Ich glaube, ich habe zwei Positionen verloren, im Sprint waren es sechs, also war es etwas besser. Aber trotzdem ist es nicht akzeptabel. Gerade an einem Wochenende wie diesem, an dem die Abstände sehr klein sind, kann das das Rennen wirklich verändern.“
Dabei sieht er die Ursache nicht nur auf einer Seite. Antonelli erklärte, dass sowohl die technische Umsetzung als auch seine eigene Ausführung eine Rolle spielten. Über den Sprint sagte er: „Vom Ablauf her war es gut, aber das Gripniveau, das wir erwartet hatten, war einfach nicht da.“ Dazu komme seine eigene Unsicherheit: „Es ist auch etwas, woran wir zusammen mit dem Team arbeiten müssen, aber vor allem liegt es an mir, weil ich noch ein bisschen inkonstant bin, besonders beim Lösen der Kupplung. Ich habe noch nicht das Vertrauen, dort konstant zu sein.“
Mercedes hat das Problem nach den ersten Rennen intensiv untersucht und Antonelli im Simulator Hunderte Starts unter unterschiedlichen Grip-Bedingungen fahren lassen. Nach Miami führte das Team die Schwierigkeiten auf eine falsche elektronische Abstimmung zwischen Kupplungsfreigabe und dem an die angetriebenen Räder abgegebenen Drehmoment zurück. Eine überarbeitete Kupplungslösung am Lenkrad soll in Kanada debütieren.
Damit wird Montreal zum ersten echten Test, ob Mercedes die einzige sichtbare Schwäche seines WM-Spitzenreiters beseitigen kann, bevor sie in Monaco aus einem wiederkehrenden Makel ein rennentscheidendes Problem wird.
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