Kimi Antonelli hat das erste Training zum Großen Preis von Österreich in Spielberg mit 1:07,796 Minuten als Schnellster beendet und damit einen Mercedes-Doppelsieg vor George Russell angeführt, während Red Bull und McLaren durch technische Probleme früh wertvolle Fahrzeit verloren.
Antonelli war auf den weichen Reifen nur 0,040 Sekunden schneller als Russell, Oscar Piastri folgte im McLaren mit 1:07,913 auf Rang drei. Max Verstappen wurde trotz eines völlig zerrissenen Beginns Vierter mit 1:08,077 und lag 0,281 Sekunden zurück. Gefahren wurde bei Hitzealarm am Red Bull Ring, bei mehr als 30 Grad Lufttemperatur und rund 50 Grad Streckentemperatur.
Für Red Bull war das Ergebnis deutlich sauberer als der Ablauf der Session. Verstappen blieb in den ersten 20 Minuten zweimal beim Versuch hängen, die Boxengasse zu verlassen, weil sein Auto jeweils in den Anti-Stall-Modus fiel und zurück in die Garage geschoben werden musste. Als er schließlich auf die Strecke kam, meldete er per Funk schnell seine Probleme mit dem überarbeiteten RB22. Max Verstappen, Red-Bull-Fahrer, sagte im Teamfunk: „Ich habe im Grunde sehr wenig Gefühl.“ Später ergänzte er: „Das ganze Auto wackelt beim Bremsen.“
Auch auf der anderen Seite der Garage lief es nicht glatt. Isack Hadjar musste lange warten, ehe sein Auto einsatzbereit war, und kam am Ende nur auf Platz zwölf mit 1:09,481. Damit verlor Red Bull ausgerechnet an einem Freitag mit großem Update-Paket viel Vergleichsmaterial.
McLaren hatte ähnliche Schwierigkeiten, wenn auch aus anderen Gründen. Lando Norris stand wegen eines Hydraulikproblems fast die gesamte Session in der Garage und kam nur auf neun Runden. Mit 1:08,873 wurde er Siebter. Piastri hielt McLaren dennoch in Schlagdistanz zur Spitze, obwohl er wiederholt über ein inkonstantes Bremsgefühl klagte.
Hinter den ersten vier belegte Lewis Hamilton im Ferrari mit 1:08,461 Platz fünf. Arvid Lindblad fiel mit Rang sechs auf, nachdem viele etablierte Teams ihr Programm nicht sauber durchbekamen.
Die Session war ohnehin von einem der geschäftigsten Update-Freitage der Saison geprägt. Red Bull brachte ein sieben Teile umfassendes Paket an den RB22, McLaren setzte auf ein neues Heckflügelkonzept, und mehrere Teams nutzten dazu eine Rookie-Session im ersten Training. Gerade deshalb wog die verlorene Fahrzeit bei Red Bull und McLaren besonders schwer.
Kurz vor Schluss endete das Training vorzeitig, als Sergio Perez im Cadillac auf der Anfahrt zu Kurve 3 ausrollte und die rote Flagge auslöste. Damit fielen auch die üblichen Probestarts aus, und ein Teil des Feldes verlor die letzte Gelegenheit, Daten an einem ohnehin schwer lesbaren Auftakt unter Extremhitze zu sammeln.
© Jonathan Borba