© Eustace Bagge

Antonelli enthüllt Merc­edes-Plan vor Hamilton-Abgang

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Kimi Antonelli hat offengelegt, dass Mercedes seinen Aufstieg in die Formel 1 schon einleitete, bevor Lewis Hamiltons Wechsel zu Ferrari überhaupt öffentlich war, und dass genau dieser beschleunigte Schritt die Grundlage für seine aktuelle Titeljagd legte.

Im SAP-Format Significant Figures schilderte der Mercedes-Pilot, wie ihn Toto Wolff im Februar 2024 in Silverstone nach einem Formel-3-Test in sein Büro bat. Antonelli wollte dort die Strecke lernen, auf der er später in der Formel 2 antreten sollte. Als er hineinging, saß auch Rosa Herrero Venegas im Raum. Wolff sei sofort zur Sache gekommen und habe ihm gesagt: „Lewis geht zu Ferrari, und wir denken darüber nach, dich nächstes Jahr ins Auto zu setzen.“

Für Antonelli kam das zu einem Zeitpunkt, an dem er nach eigener Aussage „nicht einmal mit der Formel 2 begonnen“ hatte und noch „so viel zu beweisen“ hatte. Er sei von der Aussicht völlig überrumpelt gewesen. Als Wolff ihn fragte, ob er bereit wäre, falls sich die Gelegenheit ergäbe, antwortete er: „Ja, ich muss bereit sein.“ Danach habe Mercedes begonnen, ihn mit Formel-1-Tests gezielt vorzubereiten.

Wie früh sich Mercedes damit festlegte, zeigte sich Monate später bei der offiziellen Bestätigung. Antonelli wurde am 31. August 2024 als Mercedes-Stammfahrer für 2025 verkündet, obwohl er zu diesem Zeitpunkt nach einer unregelmäßigen Debütsaison in der Formel 2 nur auf Rang sieben der Gesamtwertung lag. Zwei Rennen hatte er dennoch gewonnen.

Der eigentliche Preis dieser schnellen Beförderung zeigte sich dann in seiner ersten Formel-1-Saison 2025. Zwar wurde Antonelli bei seinem Debüt in Melbourne Vierter und holte in Montreal sein erstes Podium, doch auf den europäischen Strecken geriet seine Saison ins Stocken. Dort sammelte er nur drei Punkte und spürte den Druck massiv. „In dieser Phase ging es mir überhaupt nicht gut. Ich habe zugelassen, dass mich der Druck regelrecht zerstört“, sagte Antonelli. Besonders schwer wog für ihn das Gefühl, Menschen zu enttäuschen, „vor allem Toto, weil er die Entscheidung getroffen hatte“.

Den Wendepunkt markierte nach seinen Worten ein großes Treffen mit Mercedes nach dem Ende der Europa-Phase. Das habe ihm geholfen, „einen Neustart zu machen“ und wieder von vorn zu beginnen. Schritt für Schritt habe er sein Niveau zurückgefunden und dann eine starke zweite Saisonhälfte erlebt. Vor allem aber habe ihn diese Phase mental verändert. Er habe gelernt, wie sein Körper und sein Kopf in schwierigen Momenten reagieren und was ihm helfe, Fokus, Energie und den richtigen Zustand über ein komplettes Rennwochenende hinweg wiederzufinden.

Rückblickend bezeichnet Antonelli dieses Lehrjahr als brutal, aber entscheidend. Am Ende der Saison sei er „komplett ausgelaugt“ gewesen, weil sich die Lernkurve angefühlt habe, „als hätte ich drei Jahre auf einmal absolviert“. Gerade deshalb verbindet er die schwierigen Monate direkt mit seinem jetzigen Niveau.

Dieser Zusammenhang zeigt sich inzwischen auch in den Ergebnissen. Antonelli geht als WM-Führender in die Sommerpause 2026, nach sechs Siegen in den ersten elf Rennen und einer Serie von fünf Grand-Prix-Erfolgen in Folge.

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