Fernando Alonso hat den Großen Preis von Kanada wegen zunehmender Sitzbeschwerden aufgegeben, und Aston Martin räumt nun ein, dass das Cockpitkonzept des AMR26 womöglich zu weit gegangen ist. Streckenchef Mike Krack sagte nach dem Rennen, das Team habe den Fahrer in diesem Jahr stärker liegend positioniert und dabei möglicherweise „einen Schritt zu weit“ gemacht.
Alonso stellte seinen Aston Martin nach 23 Runden ab, nachdem sich die Beschwerden im Verlauf des Rennens verschärft hatten. Nach seinen Angaben fühlte sich die Sitzposition nicht richtig an, während er sportlich bereits keine realistische Perspektive mehr sah. „Wir hatten dieses Sitzproblem, bei dem ich mich mit den Runden immer unwohler fühle. Die Position fühlt sich nicht richtig an und wir waren offensichtlich außerhalb der Punkte, ziemlich weit weg von den Punkten, und es gab keine Regengefahr mehr. Also haben wir entschieden, den Schmerz zu stoppen“, sagte Alonso gegenüber Crash.net.
Das machte den Ausfall besonders brisant: Aston Martin verlor Alonso nicht durch einen klassischen Defekt oder einen Unfall, sondern durch ein ergonomisches Problem, das trotz Änderungen über Nacht nicht behoben werden konnte. Alonso sagte, das Team habe „gestern Abend ein paar Dinge verändert“, doch das habe nicht funktioniert. „Also versuchen wir, für Monaco einen neuen zu machen“, sagte er mit Blick auf den Sitz.
Krack stellte klar, dass es sich nicht nur um ein isoliertes Anpassungsproblem handelt. Der Hintergrund sei vielmehr eine grundsätzliche Entscheidung bei der Auslegung des 2026er Autos. Aston Martin habe versucht, den Fahrer möglichst tief und mit stärker geneigter Sitzposition unterzubringen, um Vorteile beim Schwerpunkt und bei der Aerodynamik zu erzielen. Genau dort sieht Krack nun den kritischen Punkt.
„Er war schon seit einer Weile unkomfortabel“, sagte Krack. Das Problem sei nie sofort ein Abbruchgrund gewesen, sondern eher „ein Druckpunkt“, der mit jeder Runde schlimmer werde. Daraus leitete Krack die deutlichste Selbstkritik des Teams ab: „Vielleicht sind wir einen Schritt zu weit gegangen, aber das müssen wir überprüfen.“ Er ergänzte, Aston Martin müsse die Positionierung „ein wenig überdenken“ und womöglich „ein bisschen dahin zurückgehen, wie wir es in der Vergangenheit hatten“.
Dass selbst die Änderungen vom Samstagabend keine Abhilfe brachten, unterstreicht, dass Aston Martin das Problem nicht mit einer kleinen Korrektur lösen konnte. Der Fokus liegt damit unmittelbar auf Monaco, wo ein neuer Sitz vorbereitet werden soll. Gleichzeitig deutet Kracks Einschätzung darauf hin, dass nicht nur ein Bauteil geändert werden muss, sondern möglicherweise die gesamte Philosophie der Fahrerposition im AMR26.
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