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Alonso attackiert F1-Überholen ohne Talent

Fernando Alonso hat nach dem Grand Prix von Großbritannien die Überholmanöver in der Formel-1-Saison 2026 scharf kritisiert und gesagt, dass dafür inzwischen "kein Talent" mehr nötig sei, weil Fahrer mit Batterieleistung auf der Geraden vorbeifahren und auf der nächsten Geraden beim Wiederaufladen kaum noch verteidigen können.

Der Aston-Martin-Pilot machte dafür die 50:50-Leistungsabgabe der aktuellen Antriebseinheiten verantwortlich. Wenn ein Fahrer seine Batterie für ein Überholmanöver einsetzt, fällt beim anschließenden Aufladen laut Alonso die verfügbare Leistung auf der nächsten Geraden massiv ab. Dadurch werde das eben vollendete Manöver oft sofort wieder angreifbar. In seiner Darstellung wird der Fahrer so praktisch zur leichten Beute, sobald die Energie nachgeladen werden muss.

Als Beispiel nannte Alonso Szenen vom Silverstone-Wochenende. Im Sprint überholte Kimi Antonelli Lewis Hamilton auf der Hangar Straight und holte sich so den Sieg. Alonso verwies auch auf eine weitere Sequenz, in der Hamilton mit Batterieeinsatz außen herum in Copse vorbeiging, dann aber durch Maggots, Becketts und Chapel ohne Batterieleistung unterwegs war, bevor George Russell auf dem Weg nach Stowe wieder vorbeikam.

Alonso sagte Medien, darunter RacingNews365: "Ich habe ein bisschen vom Rennen und ein bisschen vom Sprint gesehen, und da haben Leute in der Mitte der Geraden mit mehr Batterie überholt." Daraus folge, so Alonso, dass "kein Input des Fahrers und kein Fahrertalent nötig" seien, um das Auto vor sich zu überholen. Er formulierte es noch deutlicher: "Du musst niemanden ausbremsen, du musst nicht außen überholen, du musst kein Risiko eingehen. Du musst nur einen Knopf drücken, und du überholst, wenn du die bessere Power Unit hast."

Die Aussagen kamen nach einem schwierigen Wochenende für Alonso selbst. Auf der Formationsrunde schaltete sich sein Auto plötzlich ab, wodurch er nach FIA-Regeln aus der Boxengasse starten musste. Alonso schilderte, dass zunächst "alles plötzlich ausging" und später wieder zurückkam. Im Rennen selbst habe es danach keine Probleme mehr gegeben, am Ende wurde er 18.

Unklar blieb nach Silverstone trotzdem, warum der Wagen überhaupt ausfiel. Alonso sagte, die Ursache sei noch nicht bekannt. Aston Martins Chief Trackside Officer Mike Krack bestätigte später, dass auch das Team nach dem Debriefing noch keine Antwort hatte. "Die ehrliche Antwort ist: Wir wissen es nicht", sagte Krack. Man müsse die Daten vollständig prüfen, weil das Problem aus dem ECU-Bereich, von der Chassis-Seite oder aus dem Energiesystem gekommen sein könne.

Gerade dieser Kontrast prägte Alonsos Silverstone-Wochenende: ein eigenes Rennen, das von einem Energie- und Systemproblem beeinflusst wurde, und zugleich eine grundsätzliche Kritik daran, dass genau diese Systeme aus seiner Sicht inzwischen stärker über Duelle entscheiden als das fahrerische Können auf der Strecke.