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Adrian Newey zurück: McLaren im Monaco-Fokus

Adrian Newey ist beim Grand Prix von Monaco an die Strecke zurückgekehrt und sofort wieder in seiner vertrauten Rolle aufgefallen: Der Aston-Martin-Teamchef und Designchef untersuchte vor dem Start die McLaren von Lando Norris und Oscar Piastri, ehe das Team mit Fernando Alonso als Zehntem seinen ersten Punkt der Saison 2026 holte.

Damit endete eine fast dreimonatige Abwesenheit von den Rennwochenenden. Newey war seit dem Saisonauftakt in Australien im März nicht mehr im Fahrerlager gesehen worden. Schon in Melbourne hatte er auf dem Grid gegnerische Autos genau studiert, darunter den Audi R26 von Nico Hülkenberg und Lewis Hamiltons Ferrari SF-26.

Seine Rückkehr nach Monaco kam nach Wochen von Spekulationen. In einigen Berichten war von gesundheitlichen Problemen die Rede, die ihn auch an der Arbeit in Silverstone gehindert haben sollen. Aston Martin wies diese Darstellungen zurück, bevor Newey nach Monaco reiste, um das Team wieder in einer Direktorenrolle zu unterstützen, die bei den vorangegangenen Rennen von Mike Krack ausgefüllt worden war.

Nach Beobachtung von PlanetF1.com sah Reporter Thomas Maher Newey zunächst am McLaren von Norris, bevor er die andere Seite des Grids wechselte, um auch das Schwesterauto von Piastri zu inspizieren. Genau dieses Verhalten hat Newey über Jahre ausgezeichnet: Der erfolgreichste Designer der Formel-1-Geschichte sucht auf der Startaufstellung gezielt nach technischen Lösungen der Konkurrenz.

Aston Martin hat Neweys Arbeitsweise in Monaco auch intern verteidigt. Pedro de la Rosa, Aston Martins Formel-1-Botschafter, sagte in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Freitag, er sehe "keinen Unterschied bei Adrian". Newey arbeite "unermüdlich" und seine "Arbeitsmoral ist außergewöhnlich", sagte de la Rosa. Besonders hob er hervor, dass Newey dem Fahrer mehr zuhöre als jeder andere Ingenieur, mit dem er gearbeitet habe.

De la Rosa erklärte das mit einer Episode aus seiner Zeit als dritter McLaren-Fahrer in Australien 2005. Nach wenigen Runden habe Newey ihn nur gefragt, warum er in Kurve 1 nicht schneller fahren könne. De la Rosa schilderte Untersteuern beim Einlenken, worauf Newey ihn habe zeigen lassen, wie viel Lenkwinkel er am Scheitelpunkt nutze. Daraus leitete Newey laut de la Rosa eine Begrenzung von sechs Grad im Windkanal ab und brachte zum nächsten Rennen Änderungen am Frontflügel mit, die das Auto "deutlich weniger lenkungsempfindlich" machten. Für de la Rosa ist genau das typisch für Newey: Er hört nicht nur zu, er liefert auch.

Monaco bot damit ein doppeltes Signal für Aston Martin. Newey war nicht nur wieder sichtbar im Fahrerlager, sondern beschäftigte sich sofort mit den schnellsten Referenzen im Feld, während das Team zugleich mit Alonso erstmals 2026 in die Punkte kam. Das ist ein wichtiger Moment, weil Newey schon in Australien eingeräumt hatte, dass ihn die Aufgaben als Teamchef "ein bisschen" von der Arbeit ablenken, die er am meisten schätzt: das Entwerfen und Weiterentwickeln des Autos.