Williams hat den früheren McLaren-COO Piers Thynne ab August als neuen Chief Optimisation and Planning Officer verpflichtet und damit den wichtigsten Namen in einer breiteren Rekrutierungsoffensive für den langfristigen Neuaufbau in Grove geholt.
Thynne übernimmt eine neu geschaffene Strategierolle, in der er Fertigung und Abläufe führen und umbauen soll. Nach Angaben von Williams reicht sein Aufgabenbereich vom Straffen interner Prozesse über die bessere Nutzung von Ressourcen bis zum Einsatz von Robotik, KI und fortschrittlichen Fertigungsmethoden, um die Infrastruktur des Teams zu modernisieren und die Grundlage für langfristigen Erfolg zu schaffen.
Gerade deshalb ist der Zugriff auf Thynne für Williams so bedeutend. Vor seinem Abschied im Januar verbrachte er rund 17 Jahre bei McLaren und stieg dort über verschiedene Führungspositionen bis zum Chief Operating Officer auf. Williams beschreibt ihn als zentrale Figur der operativen und kulturellen Transformation, die McLarens Konstrukteurstitel in den Jahren 2024 und 2025 mitgetragen hat.
James Vowles, Teamchef von Williams, nannte den Wechsel einen weiteren Schritt in der gezielten Aufrüstung des Teams. „Wir sind klar in unserem Ehrgeiz, ein Team aufzubauen, das Weltmeisterschaften gewinnen kann, und Piers hat unerreichte aktuelle Erfahrung darin, genau das zu tun“, sagte Vowles.
Thynne selbst stellte den Wechsel in denselben größeren Rahmen. Er sprach von einem „wirklich spannenden Moment“ bei Williams und sagte: „Ich hatte eine fantastische Zeit bei McLaren, habe mitgeholfen, das Team zurück an die Spitze zu bringen, und hoffe, dass wir bei Williams dasselbe schaffen können.“
Williams beließ es nicht bei diesem einen Personalcoup. Claire Simpson wechselt nach 12 Jahren bei Mercedes als Head of Aerodynamic Development nach Grove, Fred Judd kommt nach 17 Jahren bei Mercedes AMG High Performance Powertrains als Head of Performance Optimisation, und Steve Booth stößt von Alpine als Head of Vehicle Engineering dazu. Booth bringt dabei mehr als 20 Jahre Formel-1-Erfahrung mit.
Die vier Neuzugänge haben laut Williams zusammen an 12 Weltmeisterautos gearbeitet und bringen mehr als 65 Jahre Formel-1-Erfahrung mit. Das Team kündigte zudem an, dass in den kommenden Monaten weitere leitende Kräfte aus dem Fahrerlager folgen sollen, ein klares Signal, dass Williams seinen Umbau nicht nur am Auto, sondern tief in der Organisation beschleunigt.
© Jonathan Borba