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Verstappen zu Ferrari? Schumacher zweifelt klar

Ralf Schumacher hält einen Wechsel von Max Verstappen zu Ferrari trotz der anhaltenden Spekulationen über dessen Zukunft für kaum glaubhaft. Im Podcast „Backstage Boxengasse“ sagte der sechsmalige Grand-Prix-Sieger, er könne sich „fast nicht vorstellen“, dass Verstappen einen Ferrari-Wechsel ernsthaft erwäge, weil er sich dort „in gewisser Art und Weise ein bisschen unterordnen [müsste] in diesem Konstrukt“ und „wenn er alleine in dieses Team reinkommt“ es „als Fahrer nicht händeln“ könne.

Schumacher schloss Ferrari dabei nicht aus, weil die Scuderia an Reiz verloren hätte. Im Gegenteil: „Vorstellbar ist alles. Viele Fahrer wollen ja unbedingt zu Ferrari“, sagte er und bezeichnete Ferrari als eine „ganz besondere“ Marke in der Formel 1. Gerade deshalb fällt seine Einschätzung ins Gewicht, denn sein Zweifel richtet sich auf die Teamstruktur und auf die Frage, ob selbst ein Fahrer wie Verstappen dort sofort funktionieren würde.

Nach Schumachers Ansicht wäre genau das das Problem. Verstappen habe über Jahre in einem auf ihn zugeschnittenen Umfeld bei Red Bull gearbeitet. Einen solchen Fahrer einfach allein in ein anderes System zu setzen, hält er gerade bei Ferrari für schwierig. Schumacher beschrieb die Scuderia in diesem Zusammenhang als eine Struktur, die schon heute nicht gut funktioniere, und bezweifelte, dass Verstappen dort ohne vertrautes Umfeld sofort die Richtung vorgeben könnte.

Als Vergleich verwies er auf den Ferrari-Wechsel seines Bruders Michael Schumacher im Jahr 1996. „Mein Bruder hat seinerzeit eine Gruppe an Leuten mitgebracht, die wirklich super zusammen harmoniert haben“, sagte Schumacher. In den Jahren 2000 bis 2004 gewann Michael Schumacher mit Ferrari anschließend fünf WM-Titel in Folge. Für Ralf Schumacher ist daraus die klare Lehre abzuleiten: „Allein als Fahrer hinzugehen, ich glaube, das reicht nicht aus.“

Deshalb sieht er andere Ziele als deutlich realistischer an, falls Verstappen Red Bull tatsächlich verlassen sollte. „Wird er aus meiner Sicht eher nur zu Mercedes oder zu McLaren gehen können“, sagte Schumacher. Mercedes hält er auch deshalb für naheliegend, weil Verstappen im GT-Sport bereits mit Mercedes zusammenarbeitet und sich dort offenbar „sehr wohl“ fühlt.

Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Verstappens Zukunft trotz seines Vertrags bei Red Bull bis Ende 2028 immer wieder diskutiert wird. Gleichzeitig wird über Ausstiegsklauseln spekuliert, die einen früheren Abschied ermöglichen könnten. Sollte es dazu kommen, sieht Schumacher Ferrari jedenfalls nicht als die wahrscheinlichste Lösung, sondern eher Mercedes oder McLaren.