Max Verstappen hat Lewis Hamilton nach dem Sprint in Miami vorgeworfen, bei der angeordneten Rückgabe einer Position wertvolle Zeit gekostet zu haben, und wurde nach einer Fünf-Sekunden-Strafe gegen Kimi Antonelli noch von Rang sechs auf Platz fünf nach vorne gewertet.
Der entscheidende Moment spielte sich in dem 19-Runden-Sprint im Kampf um Platz sechs ab. Verstappen ging in Runde 8 in Kurve 11 an Hamilton vorbei, verließ dabei aber die Strecke und musste die Position wieder zurückgeben. Der Red-Bull-Fahrer sagte danach bei Sky Sports: „Ich musste ihn vorbeilassen, aber er fährt nicht vorbei. So verlieren wir vier Sekunden, weil er einfach hinter mir bleibt. Da haben wir unsere Zeit verloren. Ich weiß nicht, was ich in dieser Situation sonst hätte tun sollen.“
Verstappen wollte Hamilton auf der Anfahrt zu Turn 17 bewusst wieder vorbeilassen, doch der Ferrari-Pilot zog nicht sofort vorbei und ging erst am Kurvenausgang wieder nach vorn. Genau das ärgerte Verstappen besonders, weil beide in dieser Phase Zeit einbüßten. Kurz darauf holte er sich die Position wieder zurück und setzte sich anschließend von Hamilton ab.
Trotz des Ärgers zog Verstappen aus dem Sprint auch Positives. Er sprach von einem deutlich ermutigenderen Bild als noch in den ersten Rennen und sagte, Red Bull sei „insgesamt viel positiver“ unterwegs gewesen. „Wir kämpfen endlich eher mit den Autos, gegen die wir kämpfen wollen“, sagte er. Dass er trotz mehrerer Probleme überhaupt wieder in dieser Gruppe fahren konnte, wertete er als Fortschritt.
Sein eigenes Rennen sei allerdings erneut kompliziert begonnen worden. Verstappen berichtete von einem Startproblem, das „ähnlich wie in China“ gewesen sei. Am Ende der ersten Runde habe er zudem „keine Batterie-Freigabe aus der letzten Kurve“ gehabt, was ihn zusätzlich zurückwarf. Erst in sauberer Luft habe sich das Auto beruhigt. „Danach war das Tempo okay“, sagte er.
Ganz zufrieden ist Verstappen mit dem RB22 aber noch nicht. Vor allem in langsamen Kurven verliere er weiter Zeit, weil das Auto dort stark springe und damit Grip koste. Er betonte, dass noch einige Probleme gelöst werden müssten, auch wenn das Gesamtbild in Miami klar besser gewesen sei als zuletzt.
Hamilton beendete den Sprint als Siebter, richtete den Blick danach aber weniger auf das Duell mit Verstappen als auf die Schwächen seines Ferrari. Der siebenmalige Weltmeister sagte Sky Sports F1, dass das Team vor dem Qualifying „eine Menge ändern“ müsse. Schon am Freitag habe ihn ein Softwareproblem rund drei Zehntel gekostet, weil die Leistungsabgabe auf den Geraden nicht funktioniert habe. Dieses Problem habe sich im Sprint fortgesetzt. Dazu komme, dass das Setup „am falschen Platz“ sei, weshalb Ferrari vor dem Qualifying „große Änderungen“ vornehmen werde.
Für Verstappen blieb damit ein Sprint, der beides zeigte: weiter offene Probleme bei Red Bull, aber auch das bislang deutlichste Zeichen, dass er in Miami wieder näher an den Gegnern fährt, mit denen er sich im weiteren Wochenende messen will.
© Adrian Hernandez