© Jake Archibald from London, England

Verstappen warnt vor Monaco-Problem bei Red Bull

Max Verstappen geht mit einer klaren Sorge in den Grand Prix von Monaco: Red Bulls RB22 hat seine Schwäche über Randsteine und unebene Streckenabschnitte noch immer nicht abgelegt, und gerade auf einem Stadtkurs wie Monte Carlo kann das zum entscheidenden Nachteil werden.

Der Niederländer sagte am Rande des Kanada-Wochenendes in Montreal gegenüber Motorsport.com, dass Red Bull trotz früherer Änderungen weiter mit genau diesem Punkt kämpft. „Über Bodenwellen ist es nicht so schlimm, aber bei Randsteinen ist es sehr schwierig“, sagte Verstappen. Das hänge mit „der Philosophie unseres Autos im Moment“ zusammen und damit, wie das Team ein schnelles Auto auslegt. „Natürlich versucht man, die beiden Dinge besser miteinander zu verbinden, aber im Moment finden wir dafür keinen Kompromiss. Deshalb ist es für uns weiterhin etwas schwierig.“

Wie stark sich das auswirken kann, bekam Verstappen im Qualifying in Montreal unmittelbar zu spüren. Nachdem er die Randsteine in der letzten Schikane aggressiv attackiert hatte, sei der Effekt sofort da gewesen. Mit Blick auf Monaco reagierte er deshalb mit Galgenhumor: „Als das passiert ist, dachte ich nur: Oh ja, das wird großartig. Ich glaube, ich werde mir einen neuen Rücken bestellen müssen.“

Dass das Problem sich so hartnäckig hält, überrascht auch Verstappen selbst. Red Bull beschäftigt die Schwäche nach seinen Worten seit mehreren Saisons, obwohl es Änderungen gegeben hat. „Wenn man genau gewusst hätte, was die Ursache ist, hätte man sie bereits gelöst, und genau daran arbeiten wir jetzt“, sagte er.

Teamchef Laurent Mekies machte deutlich, dass Red Bull das Thema nicht als strukturelles Problem betrachtet, das erst mit einem späteren Auto zu lösen wäre. „Es gibt keinen Grund, warum das nicht bis 2026 behoben werden kann“, sagte Mekies. Entscheidend sei aber, die Schwäche nicht um den Preis der Gesamtperformance zu beseitigen. „Man kann das Problem auf eine Weise lösen, die nicht nur diese Probleme beseitigt, sondern das Auto insgesamt langsamer macht“, erklärte er.

Genau in diesem Zielkonflikt liegt für Red Bull vor Monaco die eigentliche Schwierigkeit. Das Team sucht eine Lösung, die mehr Vertrauen über Randsteine und Bodenwellen bringt, ohne die Pace des Gesamtpakets zu opfern. Mekies sagte zwar, Red Bull habe im Verlauf der Saison bereits mehrere grundlegende Probleme am Auto identifiziert und gelöst, doch Monaco legt offen, dass dieser Balanceakt auf Strecken mit aggressiver Randsteinnutzung und unruhigem Asphalt noch nicht vollständig gelungen ist.