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Verstappen verlaat Red Bull eerder dan Lambiase

Giedo van der Garde erwartet, dass Max Verstappen Red Bull noch vor Gianpiero Lambiase verlassen wird, weil das Team ihm aus seiner Sicht nicht mehr das Auto bietet, mit dem er Rennen und Titel gewinnen kann.

In seiner Kolumne für Formule 1 Magazine schreibt der frühere Formel-1-Fahrer: „Ich setze mein Geld auf Max.“ Van der Garde begründet das klar: „Es ist simpel; Red Bull hat die Sache nicht im Griff und Max will einfach in einem Auto sitzen, mit dem er Rennen und Titel gewinnen kann. Ich denke, dass Max nach dieser Saison den nächsten Schritt macht.“ Damit rückt für ihn nicht der bestätigte Abgang von Lambiase zu McLaren in den Mittelpunkt, sondern die Frage, wie belastbar Verstappens Zukunft bei Red Bull überhaupt noch ist.

Diese Einschätzung fällt in eine Phase, in der Red Bull sportlich unter Druck steht. Nach den ersten drei Rennen der Saison 2026 ist das Team noch ohne Podium, Verstappen hat nur 12 WM-Punkte gesammelt. Die schwache Wettbewerbsfähigkeit des RB22 und die Folgen des neuen Reglements haben die Spekulationen über seine Zukunft zusätzlich verstärkt.

Lambiase bleibt dabei dennoch ein wichtiger Teil der Geschichte. Der Brite mit italienischen Wurzeln arbeitet seit 2016 als Verstappens Renningenieur bei Red Bull und wird das Team nach der Saison 2027 verlassen, um bei McLaren eine Rolle im Senior Management zu übernehmen. Damit läuft eine Partnerschaft aus, die vier Weltmeistertitel hervorgebracht hat.

Van der Garde sieht diesen Schritt für Lambiase nicht als Problem, sondern als logische Karrierechance. Ebenfalls in seiner Kolumne nennt er das Angebot „eine wunderbare Gelegenheit“ und schreibt: „Wenn du zu einer Teamchef-Rolle bei einem Topteam wie McLaren aufsteigen kannst, dann musst du diese Chance mit beiden Händen ergreifen.“ Er betont auch die enge Bindung zwischen Lambiase, Verstappen und der Familie Verstappen: „Er verdient es von ganzem Herzen. Das denke nicht nur ich, sondern auch die Verstappens.“

Gerade deshalb hält Van der Garde wenig davon, die Zusammenarbeit vorzeitig aufzulösen. Trotz des Wechsels zu einem direkten Rivalen sollte Lambiase seine bisherige Aufgabe nach seiner Ansicht „bis zum letzten Tag“ ausüben können. Für Red Bull wäre es in der aktuellen Lage wichtiger, die eingespielte Verbindung zwischen Fahrer und Renningenieur so lange wie möglich zu erhalten.

Das verschiebt den Blick wieder auf Verstappen selbst. Wenn Red Bull die Trendwende nicht schafft und ihm auch 2026 kein siegfähiges Paket liefert, ist für Van der Garde nicht Lambiase der erste große Name, der geht, sondern der Fahrer, um den sich in Milton Keynes alles dreht.