Max Verstappen hat ein für Red Bull lange verkorkstes Wochenende auf dem Hungaroring noch in Platz zwei verwandelt, worauf Teamchef Laurent Mekies das Rennen als klaren Fortschritt wertete, auch wenn Lando Norris außer Reichweite blieb.
Nach dem Rennen sagte Laurent Mekies, Red-Bull-Teamchef, bei Viaplay: „Echt geweldig werk van Max, Isack en het team.“ Dieses Tempo habe Red Bull an dem Wochenende zuvor nicht gezeigt. Beide Fahrer hätten weiter mit dem Auto zu kämpfen gehabt, die Pace sei aber gut genug gewesen, um um das Podium zu fahren. Verstappen habe dann „einen Special Max“ geliefert. Mekies schob nach, dass man sich nur vorstellen müsse, was möglich sei, wenn Verstappen einmal auch mit der Balance zufrieden sei.
Gerade deshalb fiel das Ergebnis auf. Noch am Samstag hatte Verstappen nach einem frustrierenden Qualifying auf Platz sechs ein düsteres Bild gezeichnet. „Wir haben keinen Reifenabbau, sondern Autoabbau“, sagte er. Seine gesamte Qualifikation sei „einfach Mist“ gewesen, weil Red Bull Abtrieb verloren habe und das immer weitergegangen sei. „Das Auto ist nicht fahrbar. Du lenkst ein und das Auto bricht aus, das ist nicht zu machen.“
Im Rennen kam Verstappen dann trotzdem schnell nach vorn. Er ging früh an Charles Leclerc vorbei und setzte wenig später mit einem Überholmanöver gegen Liam Lawson und Lewis Hamilton in einem Zug das auffälligste Ausrufezeichen seines Nachmittags. Die Viaplay-Kommentatoren nannten die Szene „einen Verstappen-Special“ und „einen Moment der Brillanz“. Verstappen selbst monierte später am Funk zwar, Hamilton habe „wieder beim Bremsen bewegt“, doch die Attacke brachte ihn in die Position, aus einem schwierigen Sonntag ein Spitzenergebnis zu machen.
Einfach war das für Red Bull nicht. Mekies beschrieb ein Rennen mit „vielen blauen Flaggen, Verkehr, einem Virtual Safety Car und Entscheidungen rund um die Boxenstopps“, das den Strategen „ganz bestimmt nicht leicht“ gefallen sei. Besonders heikel seien zwei Momente gewesen: Red Bull holte Verstappen unter dem Virtual Safety Car nicht herein und entschied sich schon früher im Rennen auch dagegen, Hamiltons Stopp direkt zu spiegeln. Mekies gab zu, dass dabei einige nervöse Augenblicke dabei gewesen seien, fügte aber an, dass man bei dieser Boxenmauer wisse, „dass sie es nie falsch machen“.
Sportlich ordnete der Teamchef das Resultat klar ein. Red Bull habe gewusst, dass die Rennpace nicht reichen würde, um Norris zu folgen. Umso wichtiger sei gewesen, so konkurrenzfähig im Rennen zu liegen und sich mit den Ferraris messen zu können. Das sei „eine schöne Schritt nach vorn im Vergleich zu dort, wo wir früher an diesem Wochenende standen“ und „ein starkes Resultat nach Spa“.
Zufrieden ist Red Bull damit trotzdem nicht. Mekies sagte, das Team werde nicht eher zufrieden sein, bis es „das letzte bisschen Rundenzeit“ gefunden habe und die Wochenenden für sich selbst weniger kompliziert mache. Platz zwei machte den Hungaroring für Verstappen zu Schadensbegrenzung auf hohem Niveau, für Red Bull aber auch zu einem Hinweis darauf, dass zwischen einem schwer fahrbaren Auto und einem Spitzenresultat noch immer vor allem Verstappen selbst den Unterschied ausmacht.
© Morio