Günther Steiner hat nach dem Großen Preis von Ungarn 2026 die Kräfteverhältnisse an der Spitze neu eingeordnet: McLaren sei wieder ernsthaft im Kampf mit Ferrari und Mercedes, während Red Bull derzeit das schwächste der vier Topteams sei.
Der frühere Haas-Teamchef sagte im Red Flags Podcast, McLarens Auftritt in Budapest sei mehr als ein Einzelergebnis gewesen. „Sie sind wieder wirklich mit Ferrari und Mercedes im Spiel“, sagte Steiner. Für ihn ist das der Hinweis, dass McLaren nach seinem Sieg in Ungarn wieder ein echter Kandidat an der Spitze ist.
Diese Einschätzung stützt sich vor allem auf das Ungarn-Wochenende selbst. Lando Norris holte auf dem Hungaroring die Poleposition und gewann das Rennen, nachdem McLaren ein bedeutendes Upgrade-Paket an das Auto gebracht hatte. Steiner sagte, das Team habe damit „eine Reihe grundlegender Probleme“ gelöst, was Hoffnung auf eine deutlich stärkere zweite Saisonhälfte mache.
Red Bull sieht er dagegen trotz Max Verstappens zweitem Platz nicht auf demselben Niveau. „Ich glaube, Red Bull ist dort jetzt das schwächste Glied“, sagte Steiner. „Ich glaube nicht, dass Red Bull im Moment gewinnen kann.“ Gleichzeitig schob er nach, dass es immer noch den Faktor Verstappen gebe, den er als „Max Red Bull“ beschrieb, weil der Niederländer „immer etwas Besonderes“ aus einer Gelegenheit mache.
Gerade Ungarn sei dafür das beste Beispiel gewesen. Verstappen wurde Zweiter, obwohl Steiner den Eindruck hatte, dass selbst der Weltmeister von diesem Ergebnis überrascht war. „Er wusste selbst nicht, wie er das geschafft hat“, sagte Steiner. Für ihn ändert das aber nichts an der eigentlichen Aussage über die Pace des Autos, sondern zeigt eher, wie sehr Verstappen weiterhin Ergebnisse retten kann, wenn sich eine Chance bietet.
Steiners Urteil passt auch zu Red Bulls bisheriger Saison. Nach elf Rennen steht das Team bei vier Podestplätzen, aber noch ohne Sieg. Damit ist Red Bull das einzige Team unter den Top vier ohne Rennsieg in der ersten Saisonhälfte, während Verstappen in der Fahrerwertung nur auf Rang sechs liegt.
Für den weiteren Titelkampf ist genau das die entscheidende Verschiebung: McLaren hat mit seinem Durchbruch in Ungarn offenbar den Anschluss an Ferrari und Mercedes wiederhergestellt, während Red Bull im Spitzenquartett zunehmend davon lebt, dass Verstappen mehr aus dem Paket herausholt, als das Auto im Moment eigentlich hergibt.
© Morio