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Steiner sieht Politik hinter Verstappens Regelkritik

Günther Steiner sieht Max Verstappens Kritik an den Formel-1-Regeln für 2026 nicht nur als sportliche Einschätzung, sondern auch als politisch und emotional geprägt. Im Red Flags Podcast spitzte der frühere Haas-Teamchef das mit einem Seitenhieb zu und sagte, ein Sieg in Montreal hätte den Niederländer wohl schnell zum Fan genau jener Regeln gemacht, die er öffentlich weiter ablehnt.

„Max Verstappen war ein bisschen glücklicher, weil er auf dem Podium stand. Wenn er gewonnen hätte, wäre er wahrscheinlich richtig glücklich gewesen. Und dann wären es die besten Regeln aller Zeiten“, sagte Günther Steiner, ehemaliger Haas-Teamchef, im Red Flags Podcast. Damit, so Steiner, werde vor allem klar, „wie emotional wir mit Max bei den Regeln dastehen“.

Nach Steiners Ansicht musste Verstappen trotz des guten Resultats seine ablehnende Linie anschließend aufrechterhalten. Er fasste dessen Haltung so zusammen: „Ich mag sie immer noch nicht wirklich. Selbst wenn ich sie ein bisschen mag, will ich die Regeln immer noch ändern.“ Für Steiner ist das Teil einer politischen Strategie, um Einfluss auf die künftigen Motorenregeln zu nehmen.

Der Streit dreht sich um das künftige Power-Unit-Reglement. Verstappen hat die 2026er Regeln in dieser Saison wiederholt kritisiert und sie zuvor mit Formel E und Mario Kart verglichen. Laut den vorliegenden Informationen sieht er mögliche Anpassungen für 2027 dagegen etwas positiver, vor allem eine Verteilung von 60/40 zwischen Verbrennungsmotor und Batterie statt der derzeit geplanten 50/50-Balance.

Steiner verknüpfte Verstappens öffentliche Kritik mit einem breiteren Machtkampf im Fahrerlager. Er verwies auf die Debatte um ADUO und sagte, einige Teams wollten nicht auf ein 60/40-Modell wechseln, weil sie glaubten, mit ADUO zu Mercedes aufschließen zu können. Gleichzeitig gebe es, so Steiner, „eine große Offensive“, auf 60/40 zu gehen, weil „der Sport wichtiger ist und nicht ein einzelnes Team“.

Er stellte die Frage damit ausdrücklich auf die Ebene des Wettbewerbsvorteils. Wer glaube, nur mit ADUO zu Mercedes aufholen zu können, offenbare damit auch die Sorge, dass ein offeneres oder geändertes Reglement den Rivalen erneut in die Hände spielen könnte. Steiner sprach in diesem Zusammenhang von politischen Spielen im Kampf um die Ausrichtung der nächsten Motorengeneration.

Sein Schluss daraus ist eindeutig: Red Bull wolle die Regeln verändern, weil ein neues oder angepasstes Reglement das Kräfteverhältnis neu ordnen könnte. Wenn alle Teams wieder dieselbe Chance bekämen, könne das auch Verstappen in die Karten spielen. Steiner formulierte es mit seinem schärfsten Satz: „In der Formel 1 geht es darum, Max glücklich zu machen.“