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Russell verliert in Monaco nach Mercedes-Patzer alles

George Russell hat beim Grand Prix von Monaco durch eine falsch abgesessene Strafe alle Chancen auf Punkte verloren und fiel nach einer Durchfahrtsstrafe auf Rang 13 zurück.

Auslöser war zunächst nur eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil Russell das Tempolimit in der Boxengasse um 0,1 km/h überschritten hatte. Entscheidend wurde der Vorfall erst später unter Safety-Car-Bedingungen: Bei seinem nächsten Stopp arbeitete Mercedes sofort am Auto, obwohl die fünf Sekunden noch nicht vollständig abgelaufen waren. Die Stewards werteten die Strafe damit als nicht korrekt verbüßt und verschärften sie zu einer Durchfahrtsstrafe.

Damit kippte Russells Rennen in Monaco komplett. Der Mercedes-Pilot hatte sich trotz eines schwierigen Wochenendes in Richtung eines starken Ergebnisses gearbeitet, verlor durch die zusätzliche Sanktion aber auf einem Kurs, auf dem jede Position kaum zurückzuholen ist, praktisch sein gesamtes Rennen.

Russell machte nach dem Grand Prix deutlich, wie schwer ihn der Ablauf traf. George Russell, Mercedes-Pilot, sagte nach dem Rennen: „Ich bin leer. Ich bin mehr als frustriert. Ich versuche zu begreifen, was hier gerade passiert.“ Zu der ursprünglichen Strafe sagte er: „Das Team hat mir gesagt, dass ich in der Boxengasse nichts falsch gemacht habe. Ich habe den Limiter vor der Linie aktiviert, ihn nach der Linie wieder gelöst, aber es gab ein Softwareproblem.“

Er hielt schon die erste Sanktion für hart, die Eskalation aber für unverhältnismäßig. Russell sagte, fünf Sekunden seien „nicht ideal, aber nicht das Ende der Welt“. Dass daraus nach der Panne beim Boxenstopp eine Durchfahrtsstrafe wurde, passe für ihn nicht zur eigentlichen Verfehlung.

Mercedes übernahm die Verantwortung für den entscheidenden Fehler. Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, sagte, das sei „klar unser Fehler“ gewesen. Man müsse die Kommunikation intern überprüfen. Wolff erinnerte daran, dass Russell ursprünglich draußen bleiben sollte, das Team ihn dann aber nicht mehr rechtzeitig aufhalten konnte, als die Situation unter Safety Car hektisch wurde. Der Teamchef räumte auch ein, dass Mercedes damit wahrscheinlich ein Podium verloren habe.

Die Grundlage für Russells schwierigen Sonntag war bereits am Samstag gelegt worden. Im Qualifying kam er nur auf Platz sechs, während Teamkollege Kimi Antonelli die Pole holte. Russell hatte schon danach eingeräumt, dass er die Balance nicht verstanden habe und derzeit nicht wisse, warum ihm die Pace im Auto fehle. Toto Wolff führte die schwache Qualifikation vor allem auf mangelndes Vertrauen ins Auto zurück.

Die Folgen reichen über Monaco hinaus. Antonelli gewann das Rennen und damit seinen fünften Grand Prix in Folge, während Russell ohne Punkte blieb. Sein Rückstand im Titelkampf wuchs dadurch von 43 auf 68 Zähler, und in der Fahrerwertung fiel er hinter Lewis Hamilton auf Rang drei zurück.