Lewis Hamilton wird das erste freie Training zum Spanien-Grand-Prix 2026 in Barcelona-Catalunya auslassen, weil Ferrari im SF-26 Academy-Fahrer Dino Beganovic einsetzt, um die Rookie-Vorgabe der Formel 1 zu erfüllen.
Für Hamilton bedeutet die Entscheidung einen spürbaren Einschnitt in die Vorbereitung auf eines der aufschlussreichsten Wochenenden des Kalenders. Statt drei Trainings bleibt ihm nur noch FP2 und FP3, um das Auto für Qualifying und Rennen abzustimmen.
Der Tausch erfolgt im Rahmen der Regel, nach der jedes Team im Verlauf der Saison viermal einen Fahrer mit weniger als zwei Grand-Prix-Starts einsetzen muss. Barcelona gilt dabei für viele Teams als günstiger Termin für solche Einsätze, weil die Stammfahrer auf der europäischen Strecke bereits viel Erfahrung mitbringen.
Bei Ferrari fällt die Wahl auf Beganovic, der seit mehreren Jahren zur Ferrari Driver Academy gehört. Der Schwede bestreitet aktuell seine Formel-2-Saison und liegt dort vorläufig auf Rang sechs der Meisterschaft, nachdem er das Vorjahr auf Platz sieben beendet hatte. In Barcelona wird er seinen dritten Formel-1-Einsatz an einem Rennwochenende absolvieren. 2025 war er bereits in den ersten freien Trainings in Bahrain und Österreich für Ferrari unterwegs.
Für Ferrari ist der Einsatz mehr als nur das Abarbeiten einer Pflicht. Weil in Barcelona traditionell viele Vergleichsdaten gesammelt werden, muss Beganovic den Ablauf schnell treffen und zugleich verwertbares Feedback liefern, ohne Hamiltons Wochenende unnötig zu erschweren.
Beganovic machte vor dem Wochenende klar, worauf es für ihn ankommt. Dino Beganovic sagte in Ferraris Vorschau: „Es ist klar, dass dies wegen der Regeländerungen und allem, was damit zusammenhängt, immer noch ein sehr neues Auto für mich ist, deshalb hat es Priorität, so schnell wie möglich auf Geschwindigkeit zu kommen.“ Sein Ziel sei es, „die Arbeit zu erledigen, die das Team von mir verlangt, nützliches Feedback zu geben und mich so gut wie möglich an das Auto anzupassen“.
Gerade dieser Punkt ist für Ferrari entscheidend. Ein Rookie-Einsatz in FP1 ist nur dann wirklich wertvoll, wenn das Team dabei Daten gewinnt, die sich direkt in den weiteren Wochenendverlauf übertragen lassen. Beganovic muss sich also nicht nur an den SF-26 anpassen, sondern auch in kurzer Zeit die Erwartungen der Ingenieure erfüllen.
Ferrari ist mit diesem Schritt in Barcelona nicht allein. Auch andere Teams nutzen das erste Training für Nachwuchsfahrer: Leonardo Fornaroli fährt für McLaren, Luke Browning für Williams, Ayumu Iwasa für Red Bull, Paul Aron für Audi und Frederik Vesti für Mercedes.
Damit wird FP1 in Spanien nicht nur zu einer Pflichtübung für das Reglement, sondern auch zu einem direkten Vergleich dafür, wie gut die Teams ihre Nachwuchsprogramme in einen Rennbetrieb auf einer wichtigen Referenzstrecke einbinden können, während Hamilton mit einer verkürzten Vorbereitung in den Rest des Wochenendes gehen muss.
© Liauzh