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Ben Sulayem treibt F1 zu V8 und 630-kg-Autos

Mohammed Ben Sulayem nutzt die Debatte um die noch junge Formel-1-Regelbasis von 2026, um schon den nächsten großen Kurswechsel zu skizzieren: Der FIA-Präsident will für den nächsten Zyklus ein Auto mit nur 630 Kilogramm Mindestgewicht, 138 Kilogramm weniger als die 768 kg der 2026er Generation, kombiniert mit einem V8 und nur noch 10 Prozent Elektrifizierung.

In einem Interview mit Canal+ sagte Ben Sulayem, die aktuellen Autos seien zu schwer, zu groß und zu komplex. „Was ist das Schlimmste an den Autos heute? Komplexität, mehr Geld, höhere Kosten und auch ein großes Auto“, sagte der FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem. „Ein großes und schweres Auto bedeutet was? Dass es nicht sicher ist.“ Zwar habe die Formel 1 „50 Kilogramm aus Sicherheitsgründen hinzugefügt“, doch er wolle nun „ein komplettes Auto, das weniger als 650 Kilogramm wiegt“. Dann legte er sein Ziel offen: „Mein Ziel sind 630.“

Das ist eine deutlich radikalere Linie als die Anpassungen, über die Formel 1, FIA, Teams und Motorenhersteller derzeit für das 2026 eingeführte Reglement sprechen. Nach Kritik am hohen elektrischen Anteil soll die Aufteilung zwischen Verbrenner- und Hybridleistung ab 2027 auf 58:42 verschoben werden, 2028 dann auf 60:40.

Ben Sulayems Vorstoß geht jedoch weit über diese Korrekturen hinaus. Sein Ziel würde eine Gewichtsreduktion von mehr als 100 Kilogramm trotz heutiger Sicherheitsstandards verlangen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie groß diese Aufgabe wäre: Formel-1-Autos lagen 2002 bei 600 kg, überschritten 2013 mit 642 kg bereits Ben Sulayems Idealmarke und stiegen mit Hybridantrieben und stärkeren Crashstrukturen bis 2025 auf 800 kg, bevor das neue 2026er Reglement den Wert auf 768 kg senkte.

Als technischen Hebel für diese Wende nennt Ben Sulayem eine deutlich einfachere Motorenformel. „Der V8 muss kommen“, sagte er. Seine Vorstellung: „Vielleicht 760 PS“ aus dem Verbrennungsmotor, dazu ein Elektrifizierungsanteil von 10 Prozent. Das würde aus seiner Sicht nicht nur „für den Sound sorgen“, sondern auch die Entwicklungskosten senken. Es wäre „viel billiger“, sagte er, auch Forschung und Entwicklung wären „weitaus günstiger“. Der Motor selbst wäre leichter, „unterhaltsamer“, und der Klang käme „für die Zuschauer“ zurück.

Ben Sulayem verknüpft diese Idee zugleich mit der langfristigen Richtung des Sports. Weniger Hybridanteil, V8-Saugmotoren und deutlich leichtere Autos würden nach seiner Darstellung Komplexität und Kosten für Teams und Hersteller senken, ohne die Nachhaltigkeitsziele aufzugeben. „Man hat die Teams. Man hat die finanzielle Stabilität des Rennsports. Und womit betreibt man es? Mit nachhaltigem Kraftstoff“, sagte er. Damit wird die laufende Debatte über die 2026er Power Units für ihn zum Sprungbrett für eine mögliche 2031er Formel, die sich klar von der heutigen V6-Hybridphilosophie entfernt.