Nico Rosberg hat offengelegt, dass Mercedes nach dem teaminternen Crash mit Lewis Hamilton beim Spanien-Grand-Prix 2016 intern sogar über eine Rennsperre für beide Fahrer nachdachte.
Rosberg sagte im High Performance Podcast, Teamchef Toto Wolff habe damals mit dem damaligen Mercedes-Benz-Chef Dieter Zetsche darüber gesprochen, nach der Kollision in Barcelona "einen Schritt" zu gehen. Eine Entlassung sei dabei laut Rosberg nie das Thema gewesen, wohl aber "wahrscheinlich eine Sperre oder so etwas als erster Schritt, für ein Rennen, ja, so etwas in der Art". Die Gespräche hätten hinter verschlossenen Türen stattgefunden und seien nie direkt an die Fahrer herangetragen worden.
Auslöser war der berühmte Zwischenfall in der ersten Runde des Rennens 2016. Rosberg und Hamilton lieferten sich durch die ersten Kurven einen harten Zweikampf, bevor sie auf der kurzen Geraden zwischen Kurve 3 und 4 kollidierten und beide Mercedes ausschieden. Damit verlor das bis dahin dominierende Team schlagartig die Kontrolle über das Rennen und spielte den Sieg Red Bull in die Hände.
Wie explosiv die Lage intern war, schilderte Rosberg mit dem Hinweis auf die Nachbesprechung unmittelbar nach dem Ausfall. Toto Wolff, damals Mercedes-Teamchef, sei wütend in den Raum gekommen. "Als Erstes war da Toto, der das Headset auf den Tisch warf und es zerstörte", sagte Rosberg. Dann habe Wolff die Fahrer mit den Worten zur Rede gestellt: "Was zur Hölle macht ihr da draußen?" Der Hauptgrund für den Zorn sei aus Rosbergs Sicht gewesen, dass Mercedes "den Sieg an Red Bull verschenkt" habe.
Zu einer Sperre kam es am Ende nicht. Stattdessen zog Wolff eine andere Grenze ein. Rosberg sagte, Mercedes habe beiden Fahrern einen Vertrag vorgelegt, den sie unterschreiben mussten. Darin sei festgelegt worden, dass jeder Fahrer 50 Prozent der Unfallschäden selbst zahlen müsse, unabhängig von der Schuldfrage.
"Selbst wenn es zu 90 Prozent Lewis' Schuld war, musste ich 50 Prozent des tatsächlichen Schadens bezahlen, den wir verursacht haben", sagte Rosberg. Für einen der Unfälle habe ihn das persönlich 360.000 Dollar gekostet. "Das hat uns definitiv beruhigt", sagte er. Für Mercedes war das die konkrete Folge der Barcelona-Eskalation und ein direkter Versuch, weitere interne Kollisionen im Titelkampf zu verhindern.
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