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Red Bull DM01 überrascht Lawson und Mekies

Red Bulls erste selbst entwickelte Formel-1-Power-Unit hat die Erwartungen zum Start der neuen Regelära offenbar klar übertroffen. Liam Lawson sagte im Gespräch mit ausgewählten Medien einschließlich RacingNews365, der neue Antrieb sei „sehr, sehr stark“ und gerade „für ein erstes Jahr mit einer eigenen Power Unit“ so gut, „dass niemand erwartet“ habe, „dass es so sein würde“.

Für Racing Bulls ist das mehr als nur ein positives Signal aus dem Schwesterteam. Lawson bezeichnete die Power Unit als derzeit größten Trumpf des VCARB03 und sagte, sie sei „im Allgemeinen“ der stärkste Teil des Autos. Racing Bulls habe zwar insgesamt ein starkes Paket, mit dem das Team im vorderen Mittelfeld kämpfen könne, doch der Motor sei bislang der entscheidende Unterschied.

Das ist bemerkenswert, weil Red Bull vor 2026 ausgerechnet beim Motor die größten Zweifel begleiteten. Unter den neuen Regeln ist der Konzern erstmals eigener Hersteller, obwohl er kein klassischer Autobauer ist. Die in Milton Keynes entwickelte Antriebseinheit DM01 versorgt auch Racing Bulls.

Dass der Schritt bisher nicht zum Bremsklotz geworden ist, bestätigte auch Teamchef Laurent Mekies im Interview mit The Race. Die DM01 habe die Erwartungen „ganz klar übertroffen, wirklich ganz klar“, weil man zunächst von einer deutlich schlechteren Ausgangslage ausgegangen sei. Mekies machte zugleich deutlich, wie groß die Tragweite eines Fehlstarts gewesen wäre: Selbst in einer Serie, in der schon zwei Zehntel viel ausmachen, hätte ein schwacher Motor das Projekt für zwei oder drei Jahre ernsthaft gefährden können. Diese Sorge um die Antriebseinheit sei inzwischen verschwunden.

Ganz an der Spitze sieht Mekies Red Bull beim Motor aber noch nicht. Den durchschnittlichen Rückstand der DM01 auf die Mercedes-HPP-Antriebseinheit bezifferte er auf etwa drei Zehntel pro Runde. Damit bleibt noch Arbeit, auch wenn die frühe Bilanz deutlich besser ausfällt als viele vor Saisonbeginn erwartet hatten.

Lawson beschrieb den Nutzen im Alltag von Racing Bulls sehr konkret. Das Team habe es an jedem Grand-Prix-Wochenende geschafft, Leistung aus dem Auto herauszuholen. „Jedes Wochenende waren wir in der Lage, alles aus dem Auto herauszuholen“, sagte er. Gerade diese Konstanz stützt seine Einschätzung, dass der Motor im Moment die verlässlichste Stärke des Gesamtpakets ist.

Die Grenzen des Autos selbst sieht Lawson trotzdem klar. Es fehle „einfach ein bisschen an roher Geschwindigkeit“ und „ein bisschen an Abtrieb“. Wenn Racing Bulls das finde, „dann werden wir in einer guten Position sein“, sagte er. Damit wird die überraschend starke DM01 für Red Bull und Racing Bulls vor allem zu dem, was vor 2026 alles andere als sicher war: ein belastbares Fundament für den nächsten Entwicklungsschritt.