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Red Bull: Chandhok fordert großen Namen gegen Braindrain

Nach dem angekündigten Abschied von Gianpiero "GP" Lambiase zu McLaren fordert der frühere Formel-1-Fahrer und heutige Sky-Sports-Analyst Karun Chandhok von Red Bull eine Verpflichtung mit Signalwirkung, weil das Team aus seiner Sicht dringend den Braindrain stoppen und wieder attraktiv für Spitzenpersonal werden muss.

Für Chandhok ist Lambiases geplanter Wechsel weit mehr als der Verlust eines weiteren Schlüsselfigur. Red Bull hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere prominente Namen verloren, darunter Adrian Newey, Rob Marshall, Will Courtenay und Jonathan Wheatley. Dazu kamen zuletzt die Abgänge von Christian Horner und Helmut Marko. Mit Lambiase droht nach Chandhoks Einschätzung nun der nächste Einschnitt in einer Phase, in der Laurent Mekies die Mannschaft stabilisieren soll.

In der Sky Sports F1 Show beschrieb Chandhok die Aufgabe für Mekies und die Red-Bull-Führung in Österreich klar: "How are we going to stop this? How are we going to stop the brain drain? How do we make ourselves attractive?" Genau das sei im Moment das Kernproblem. Chandhok machte deutlich, dass Red Bull auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht wie das naheliegendste Ziel für Top-Leute wirke. "Right now, you want to attract people from Mercedes. They're the ones winning."

Dass Red Bulls Lage nicht nur mit den Resultaten auf der Strecke zu erklären ist, hält Chandhok für einen entscheidenden Punkt. Er verwies darauf, dass das Team im Vorjahr noch sechs der letzten neun Grands Prix gewann und das Auto am Saisonende "the fastest car" oder zumindest "equal fastest" gewesen sei. Trotzdem, so Chandhoks Schluss, "Clearly, people need more than just success on track." Für ihn deutet die Serie von Abgängen auf einen tieferen Wandel innerhalb der Organisation hin, einen "cultural shift", der sich nun personell bemerkbar macht.

Die größte Gefahr sieht Chandhok in dem Dominoeffekt, den eine Figur wie Lambiase auslösen kann. "Good people attract other good people", sagte er und spitzte das Szenario dann auf Red Bulls Ingenieursbüro zu: "How long before GP starts calling the other 20 people who are sitting in their engineering office and saying, 'Hey, you know what guys, this place down at Woking, this is a really nice place to work. How do you fancy coming down here?'"

Genau deshalb reicht es aus Chandhoks Sicht nicht, nur einzelne Lücken nachzubesetzen. Red Bull brauche einen Namen, der selbst wieder Strahlkraft entwickelt. "They need a big name signing, not just for the skill set that that person can bring, but the people that they will attract", sagte er. Als Beispiele nannte Chandhok Adrian Newey und Ross Brawn, die bei Teamwechseln immer wieder weiteres Spitzenpersonal mitgezogen hätten.

Für Mekies wird die Aufgabe damit größer als die sportliche Erholung eines Topteams. Red Bull muss laut Chandhok nicht nur Stellen besetzen, sondern verhindern, dass aus Lambiases Abschied ein weiterer Aderlass wird und der Verlust von Know-how die Mannschaft langfristig gegenüber Mercedes und den anderen Spitzenteams zurückwirft.