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Norris: McLaren im Rückstand und vorerst chancenlos

Lando Norris hat vor dem Grand Prix von Österreich eingeräumt, dass McLaren im Entwicklungsrennen deutlich zurückliegt und deshalb auf absehbare Zeit nicht mit Siegen rechnet. Der Weltmeister spricht von einem Rückstand von „zwei, drei Monaten“ auf die Konkurrenz und sagte offen, dass das Team die neue Realität längst akzeptiert habe.

„Ich glaube, ich habe schon sehr früh in der Saison akzeptiert, dass wir vorerst keine Rennen gewinnen werden“, sagte Norris vor dem Wochenende am Red Bull Ring. Wie stark sich die Erwartungen verschoben haben, machte er mit dem Rückblick auf Barcelona klar: „P3 war für uns ein Sieg.“ Der dritte Platz habe sich wie „ein großartiges Rennen“ angefühlt, obwohl McLaren nach zwei Konstrukteurstiteln in Folge mit ganz anderen Ansprüchen in die Saison gegangen war.

Für Norris ist das Problem zu groß, um es mit einem einzelnen Teil zu lösen. „Wir sind etwa zwei, drei Monate hinten dran. Das ist nicht nur ein Upgrade“, sagte der McLaren-Pilot. „Ich glaube nicht, dass wir so bald das schnellste Auto sein werden.“ Um wieder nach vorne zu kommen, brauche es „einen riesigen Einsatz“ des Teams.

Genau das zeigt auch McLarens auffälligste Neuerung in Österreich. Das Team bringt eine eigene Version der sogenannten Macarena-Heckflügel-Lösung an die Strecke, aber sie ist noch kein Rettungsanker für das Rennwochenende. Norris erklärte, der Flügel sei nur für Tests im Freitagstraining gedacht, um sicherzugehen, dass er „wirklich funktioniert“. Mit einem Einsatz im Qualifying oder Rennen rechne er nicht. Oscar Piastri bestätigte in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Red Bull Ring: „Nein, wir werden nicht damit fahren. Ich glaube, morgen ist er an Landos Auto. Er ist zum Testen da. Im Moment ist er noch nicht bereit für den Renneinsatz.“

Norris machte auch deutlich, dass McLaren nicht auf den einen großen Befreiungsschlag wartet. „Ein gutes Upgrade, nein. Wir brauchen drei, vier, fünf“, sagte er. Je nach Konzept könne man einzelne Teile bringen oder eine größere Änderung zusammenführen, aber der Rückstand sei so groß, dass der Aufholprozess Zeit brauche. Er hofft, dass McLaren in den nächsten „drei, vier, fünf Monaten“ die Lücke verkleinern und wieder auf das Niveau der Rivalen kommen kann.

Nach sieben Rennwochenenden ist der Absturz in beiden WM-Wertungen sichtbar. Norris liegt in der Fahrerwertung mit 83 Punkten Rückstand auf Andrea Kimi Antonelli nur auf Rang fünf. McLaren ist mit 141 Punkten Dritter in der Konstrukteurs-WM, hinter Ferrari mit 190 und Mercedes mit 262. Der Abstand zur Spitze beträgt damit bereits 121 Zähler, und selbst die jüngste Entwicklung in Österreich unterstreicht eher, wie lang McLarens Weg zurück an die Spitze noch ist.