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Montoya fordert Red-Bull-Stopp für Verstappen

Juan Pablo Montoya hat Red Bull nach dem tödlichen Unfall von Juha Miettinen bei den Qualifiers für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring dazu aufgefordert, Max Verstappens Renneinsätze außerhalb der Formel 1 zu beenden.

Die Debatte bekam am vergangenen Wochenende neue Schärfe, weil das erste von zwei Qualifikationsrennen, an denen Verstappen teilnahm, nach einem schweren Unfall vorzeitig abgebrochen wurde. Der 66-jährige Miettinen kam dabei ums Leben. Verstappen schilderte am Sonntag im Gespräch mit ViaPlay, wie schnell ihm der Ernst der Lage klar wurde. „Wenn so schnell die rote Flagge kommt, besonders auf einer Strecke wie hier, wo es eigentlich fast nie eine rote Flagge gibt, dann weißt du, dass etwas richtig schiefgelaufen ist“, sagte er. Als später die Nachricht bestätigt wurde, sei das „natürlich für niemanden schön“ gewesen. Verstappen fügte hinzu, man wisse zwar, dass so etwas passieren könne, doch wenn es dann tatsächlich geschehe, bleibe es „ein sehr seltsames Gefühl“.

Montoya reagierte darauf im MontoyAS-Podcast mit einer klaren Forderung an Red Bull. Auf die Frage, ob das Team nach dem Unfall die Freiheiten für Verstappen überdenken sollte, antwortete er selbst mit Nein, weil Red Bull aus seiner Sicht fürchte, den Niederländer zu verlieren. Ob der Rennstall ihm Starts außerhalb der Formel 1 untersagen sollte, beantwortete Montoya noch deutlicher: „Hundert Prozent. Nein, Entschuldigung. Zweihundert Prozent.“

Seine Begründung war das Risiko für Fahrer und Team. „Es kann einen Unfall geben, er kann sich ein Bein oder einen Arm brechen“, sagte Montoya. Aus seiner Sicht müsste schon allein Red Bulls Investition in Verstappen ausreichen, um nach diesem Vorfall die Grenze zu ziehen. Das Team sollte ihm nach seiner Logik sagen, man habe ihm die Möglichkeit gegeben, werde das nach diesem Unfall aber neu bewerten und halte es nicht mehr für vertretbar.

Montoya machte auch deutlich, dass er an Red Bulls Stelle sofort handeln würde. Er hätte Verstappen angerufen und gesagt: „Sir, bitte steigen Sie nicht mehr ins Auto.“ Dass Teams ihre Fahrer vor zusätzlichen Risiken schützen, begründete er mit eigenen Erfahrungen. In seiner Karriere sei er mehrfach eingeladen worden, Rallyeautos zu fahren und Tests zu absolvieren, doch seine Teams hätten das nicht erlaubt. Der Grund sei einfach gewesen: Wer so viel in einen Fahrer investiere, müsse ihn auch schützen.

Damit steht nach dem Nürburgring-Wochenende weniger Verstappens Auftritt selbst im Mittelpunkt als die Frage, wie weit Red Bull ihm bei Einsätzen außerhalb der Formel 1 noch freie Hand lassen kann, wenn ein einziges Wochenende die Gefahren dieser Starts so brutal vor Augen führt.