Juan Pablo Montoya hat nach dem Kanada-Grand-Prix den jüngsten öffentlichen Schlagabtausch mit Max Verstappen heruntergespielt und betont, zwischen den beiden gebe es „kein Drama“, obwohl Verstappen ihm in Montreal vorgeworfen hatte, „so viel Unsinn“ zu reden.
Montoya sagte gegenüber talkSPORT BET, Verstappens scharfe Reaktion sei in der Situation nachvollziehbar gewesen. „Nein, es gibt kein Drama. Und ehrlich gesagt, wenn doch: Wenn du darüber wütend bist, dann hast du mehr Probleme in deinem Leben, als du haben solltest“, sagte er. Zugleich stellte er klar, dass das Verhältnis aus seiner Sicht nie persönlich geworden sei. Er habe in der Vergangenheit mit Verstappen gesprochen, man komme bei Rennen „sehr gut miteinander aus“, auch wenn man nicht viel mehr tue, als sich gegenseitig und Jos Verstappen zu begrüßen.
Ausgelöst worden war die Debatte durch Montoyas Aussagen im BBC-Podcast Chequered Flag. Dort hatte er grundsätzlich gefordert, dass Fahrer, die schlecht über die Formel 1 sprechen, Strafpunkte auf die Superlizenz oder sogar eine Rennsperre bekommen sollten. Auf die Nachfrage, ob das auch Verstappen einschließe, antwortete Montoya mit „Ja“.
Verstappen konterte daraufhin am Kanada-Wochenende in einem Interview mit De Telegraaf deutlich. „Ich weiß nicht, was sein Problem ist. Ich kann auch sehr wenig mit jemandem anfangen, der so viel Unsinn redet“, sagte er. Er stellte auch infrage, warum Leute wie Montoya von der Formel-1-Führung bezahlt würden, wenn sie im Fahrerlager derart viel „Unsinn“ erzählten.
Montoya verteidigte nun den Kern seiner ursprünglichen Aussage, sagte aber, seine BBC-Antworten seien „völlig aus dem Zusammenhang gerissen“ worden. Er habe einen allgemeinen Punkt machen wollen: Fahrer, die „Unsinn“ über die Formel 1 redeten, sollten bestraft werden, „wie das in jeder anderen Sportart passiert“. Dass Verstappen darauf reagierte, sei für ihn kein Zeichen einer tieferen Auseinandersetzung, sondern die normale Folge davon gewesen, dass Journalisten ihn nach Montoyas Aussagen gefragt hätten. Wären die Rollen vertauscht gewesen, sagte Montoya, hätte er „genau dasselbe“ gesagt wie Verstappen.
Ganz zurückgenommen hat Montoya seine Kritik an Verstappen damit aber nicht. Er blieb auch bei seiner Einschätzung, dass es „falsch“ gewesen sei, am Nürburgring einen Mercedes bei einem GT3-Einsatz zu fahren. Mit Blick auf Fords Investitionen bei Red Bull sagte Montoya, unter diesen Umständen sei es „einfach falsch gewesen, in einem Mercedes zu fahren“.
Damit versucht Montoya zwar, die persönliche Ebene aus der Geschichte zu nehmen, hält in der Sache aber an seinen Vorwürfen fest. Für Verstappen bedeutet das, dass die öffentliche Debatte über seine Aussagen zur Formel 1 und über seine Entscheidungen neben der Strecke vorerst kaum abreißen dürfte.
© Morio