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Mercedes und Ferrari im Fokus vor Montreal-Sprint

Die Formel 1 kehrt am 24. Mai in Montreal nach einer weiteren Rennpause mit einem potenziell richtungsweisenden Kanada-Grand-Prix zurück: Erstmals wird auf dem Circuit Gilles Villeneuve ein Sprint-Wochenende ausgetragen, während Mercedes seine starke Frühform bestätigen und Ferrari auf technische Fortschritte bei der SF-26 hofft.

Damit bekommt das nächste Rennwochenende in einer bislang zerrissenen Saison zusätzliches Gewicht. Nach dem Grand Prix von Japan am 29. März gab es bis Miami am 3. Mai eine lange Unterbrechung, die laut den vorliegenden Informationen auf die Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien infolge der Eskalation des Krieges im Nahen Osten zurückging. Selbst nach dem Neustart in Miami folgte vor Montreal erneut ein rennfreies Wochenende.

Sportlich rückt vor allem die Frage in den Mittelpunkt, ob sich die Kräfteverhältnisse weiter verschieben. Mercedes hat in dieser Saison bislang alle Rennen gewonnen, mit Ausnahme des Florida-Sprints, und Andrea Kimi Antonelli reist nach drei Grand-Prix-Siegen in Serie nach Kanada. Für den Hersteller ist Montreal zugleich ein wichtiger Entwicklungstermin, weil neue Updates erwartet werden.

Ferrari verbindet das Wochenende mit einer anderen, ebenso zentralen Hoffnung. Das Team wartet auf die erste Tranche des mit Spannung erwarteten ADUO, um an der Power Unit einzugreifen, die als aktuelle Schwachstelle der SF-26 gilt. Gerade deshalb könnte Montreal ein früher Gradmesser dafür werden, ob Ferrari seine als stark beschriebene mechanische und aerodynamische Basis endlich besser in Ergebnisse ummünzen kann.

Das Format erhöht den Druck zusätzlich. Sprint-Qualifying steht am Freitag, 22. Mai, an, der Sprint folgt am Samstag, 23. Mai, um 18:00 Uhr, ehe am Sonntag, 24. Mai, um 22:00 Uhr der Grand Prix über 70 Runden und 305,270 Kilometer gestartet wird. Weil es auf einem Sprint-Wochenende weniger freie Trainingszeit gibt, werden neue Teile und Abstimmungsarbeit unter Rennbedingungen noch schneller auf die Probe gestellt.

Dazu kommt ein Kurs, der für Unruhe bekannt ist. Der 4,361 Kilometer lange Circuit Gilles Villeneuve zählt zu den unberechenbarsten Strecken im Kalender. Lange Geraden, harte Bremspunkte und technische Schikanen sorgen regelmäßig für Safety Cars, Strategieverschiebungen und Fehler an den Mauern. Besonders die letzte Schikane mit der berüchtigten Wall of Champions kann selbst kleine Fehler sofort bestrafen.

Mercedes geht damit zwar als Maßstab nach Montreal, doch das erste Sprint-Wochenende in Kanada könnte nach den vielen Unterbrechungen der Saison mehr sein als nur die nächste Station. Wenn die Updates greifen und Ferrari mit den erwarteten Eingriffen Fortschritte erzielt, könnte Montreal den bisherigen Verlauf des Titelkampfs erstmals spürbar neu sortieren.