© Jonathan Borba

Mercedes prüft Motorenstrafe für Monza

Anzeige

Mercedes zieht vor Saisonende ernsthaft eine freiwillige Motorenstrafe in Betracht, und ausgerechnet Monza gilt trotz Kimi Antonellis Heimrennen als naheliegende Option.

Teamchef Toto Wolff bestätigte, dass der Rennstall prüft, ob bei George Russell und Antonelli neue Elemente der Power Unit eingebaut werden sollen. Da beide Fahrer ihr Kontingent an erlaubten Komponenten für diese Saison bereits ausgeschöpft haben, würde eine fünfte Einheit automatisch eine Startplatzstrafe nach sich ziehen.

Für Mercedes geht es dabei weniger um den bloßen Regelverstoß als um den bestmöglichen Zeitpunkt. Wolff sagte, das Team müsse entscheiden, „ob wir diese Strafe nehmen müssen, zu welchem Zeitpunkt und auf welcher Strecke“. Monza erscheine „auf dem Papier“ als guter Ort dafür, weil die langen Geraden und die vielen Überholmöglichkeiten die Folgen eines Rückversetzens in der Startaufstellung traditionell abfedern.

Gerade das macht die Überlegung heikel. Monza ist Antonellis Heimrennen, und Wolff räumte ein, dass die Entscheidung deshalb eine besondere Note hätte. Er scherzte, er müsse mit Marco Antonelli, dem Vater des Mercedes-Piloten, besprechen, ob man dort wirklich eine Motorenstrafe nehmen wolle. Ein Start vom Ende des Feldes könne allerdings auch „ein wenig Druck“ von einem Heim-Grand-Prix nehmen.

Der Hintergrund ist ernster als der lockere Ton. Wolff begründete die Überlegung mit den wiederholten Zuverlässigkeitsproblemen seit Saisonbeginn. „Unsere Zuverlässigkeit war einfach nicht gut genug“, sagte der Mercedes-Teamchef. Genau das macht eine geplante Strafe aus Sicht des Teams womöglich zum kleineren Übel.

Wolff verwies dabei auf das Risiko einer doppelten Bestrafung: erst Punkteverlust durch einen Defekt im Rennen, danach weiterer Schaden durch eine spätere Gridstrafe für neue Komponenten. Mercedes versucht deshalb, dem Problem zuvorzukommen, statt auf den nächsten Ausfall zu warten.

Mit Blick auf die zweite Saisonhälfte ist der Einsatz entsprechend hoch. Wolff betonte, Mercedes wolle verhindern, „dass wir wegen einer falschen Entscheidung direkten Einfluss auf die Meisterschaft von Kimi oder George haben“. Genau deshalb wird die Frage einer Motorenstrafe in Monza nicht nur zur Taktik für ein Wochenende, sondern zu einer möglichen Schlüsselfrage im Titelkampf.

Anzeige