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Mercedes kämpft mit Montreal-Rätsel und Alpine-Aus

Mercedes geht mit Rückenwind aus Kanada in das Monaco-Wochenende, muss aber gleichzeitig einen doppelten Rückschlag abarbeiten: Die Aufklärung von George Russells Problem in Montreal verzögert sich um mehrere Monate, und die Gespräche über einen Einstieg bei Alpine sind geplatzt.

RacingNews365 berichtete am 30. Mai, Mercedes hätte womöglich in beiden Weltmeisterschaften komfortabel an der Spitze liegen können, müsse nun aber „tief in seine Daten eintauchen“, um zu verstehen, was bei Russell in Montreal genau schiefgelaufen ist. Weil sich die Untersuchung verzögert hat, droht dem Team laut dem Bericht ein Rückstand von „mehreren Monaten“, bevor die genaue Ursache feststeht.

Das wiegt umso schwerer, weil Kanada sportlich als klarer Fortschritt für Mercedes beschrieben wurde. In der Analyse von „Ingegneri del Giovedì“ hieß es, die Silberpfeile hätten mit Änderungen an Unterboden, Diffusor und Frontflügel einen spürbaren Schritt beim Abtrieb gemacht. Dazu kamen laut der Sendung weniger sichtbare Entwicklungen zur Verbesserung der Reifenkühlung, deren Nutzen sich vor allem bei heißeren Rennen zeigen soll.

Auch operativ habe Mercedes Fortschritte gemacht. Der Bericht hob hervor, dass Software-Anpassungen und Änderungen am Kupplungshebel Probleme beim Start entschärft hätten. Gerade vor diesem Hintergrund wirkt Russells Ausfall in Montreal für Mercedes besonders heikel: Das Auto scheint sich in mehreren Bereichen verbessert zu haben, doch ein zentraler Defekt bleibt vorerst ungeklärt.

Abseits der Strecke ist ein weiteres Thema hinzugekommen. Sowohl RacingNews365 als auch PlanetF1 berichteten, dass Mercedes keinen Anteil am Alpine-F1-Team mehr erwerben will. Der vorgeschlagene Deal kam demnach nicht zustande, nachdem in den Verhandlungen ein „wesentlicher Unterschied“ aufgetaucht war. Damit zieht sich Mercedes aus einem Projekt zurück, für das der Hersteller zuvor als einer der Interessenten galt.

Im Fahrerlager gab es zudem Anzeichen für interne Reibung. PlanetF1 berichtete, dass Kimi Antonelli in einem Sprint über Funk eine „Strafe“ gegen Russell forderte. Toto Wolff, Mercedes-Teamchef, soll von dieser Funknachricht „nicht beeindruckt“ gewesen sein.

So entsteht vor Monaco ein widersprüchliches Bild: Mercedes hat in Kanada offenbar echte Performance gefunden, doch die verzögerte Ursachenforschung bei Russell und das Ende der Alpine-Gespräche sorgen dafür, dass der Aufschwung nicht ohne offene Fragen und Nebengeräusche weitergeht.