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McLaren und Red Bull ziehen Gasly-Fall weiter

McLaren und Red Bull warten auf die Anhörung vor dem FIA International Court of Appeal, nachdem sie die Entscheidung der Stewards vom Spanien-Wochenende angefochten haben, Pierre Gaslys zwei Monaco-Strafen aufzuheben und ihn von Rang sieben wieder auf das Podium auf Platz drei zu setzen.

Im Monaco-Grand-Prix hatte Gasly nach dem Rennen eine doppelte Fünf-Sekunden-Strafe für Pitlane-Speeding-Vergehen erhalten. Später stellte sich heraus, dass den Verstößen ein Fehler in der Zeitmessschleife am Beginn der speziellen Monaco-Boxeneinfahrt zugrunde lag. Alpine beantragte daraufhin ein Right of Review, worauf die Stewards beide Strafen während des Spanien-Wochenendes zurücknahmen und Gasly den dritten Platz zurückgaben.

Genau diese Korrektur ist nun der Kern des Falls. Gaslys Rückkehr auf das Podium war für direkte Rivalen nicht folgenlos: Red Bulls Isack Hadjar fiel dadurch auf Rang vier zurück, und McLarens Oscar Piastri wurde ebenfalls nach hinten versetzt, obwohl er seine eigene Strafe bereits im Rennen verbüßt hatte. Während andere betroffene Fahrer ihre Zeitstrafen auf der Strecke absitzen mussten, profitierte Gasly am Ende von einer nachträglichen Rücknahme.

McLaren machte in seiner Teammitteilung vom 16. Juni deutlich, worum es aus seiner Sicht geht. Das Team erklärte, der Fall werfe „wichtige Fragen zur sportlichen Fairness, zur regulatorischen Konsistenz und zur Integrität des Wettbewerbs“ auf. Die nachträgliche Aufhebung der Strafen schaffe eine Situation, in der Konkurrenten benachteiligt würden, obwohl sie den ursprünglichen Entscheidungen gefolgt seien. Das berge das Risiko „sportlicher Ungleichheit“ und untergrabe das Vertrauen in die einheitliche Anwendung des FIA-Sportreglements.

Auch Red Bull hat gegen das geänderte Ergebnis Berufung eingelegt und stützt sich dabei auf die sportlichen Folgen dieser aus seiner Sicht beispiellosen Entscheidung. Damit ist der Fall über die Ebene der ursprünglichen Rennkommissare hinausgewachsen und liegt nun beim International Court of Appeal, dem letzten unabhängigen Berufungsgremium der FIA.

Das Gericht kann die ursprüngliche Straflage bestätigen, verändern oder vollständig aufheben. Eine Anhörung wird im Juli erwartet, sobald die eingereichten Berufungsunterlagen und die Antwort der FIA vorliegen.

Die Bedeutung des Falls reicht damit über das Monaco-Ergebnis hinaus. Im Fahrerlager besteht die Sorge, dass ein Bestand von Gaslys wiederhergestelltem Podiumsplatz einen Präzedenzfall schaffen könnte: Teams und Fahrer könnten daraus ableiten, Strafen im Rennen nicht zwingend zu verbüßen und stattdessen auf eine spätere juristische Korrektur zu setzen.