Arvid Lindblad hat offenbart, dass er trotz 20 Punkten in seinen ersten zehn Formel-1-Rennen noch keinen britischen Führerschein besitzt und erst jetzt seine erste Fahrstunde absolviert hat. Der Racing-Bulls-Rookie gehört in seiner Debütsaison bereits zu den Punktesammlern, darf in Großbritannien auf öffentlichen Straßen aber noch nicht selbstständig Auto fahren.
Lindblad sprach darüber bei Sky Sports Cricket während der Übertragung des ersten One-Day-Internationals zwischen England und Indien in Edgbaston. Der 18-Jährige sagte offen, dass die Situation für ihn inzwischen nicht mehr nur eine kuriose Randnotiz sei. „Es ist ein bisschen traurig, dass ich meinen Führerschein nicht habe“, sagte Arvid Lindblad, Racing-Bulls-Fahrer, bei Sky Sports Cricket. Es sei „eine Zeit lang lustig“ gewesen, fügte er hinzu, „und jetzt wird es ein bisschen albern, also arbeite ich daran“.
Entscheidend ist, dass Lindblad den Prozess nun tatsächlich begonnen hat. „Ich hatte gestern meine erste Fahrstunde, also ja, ich muss das einfach fertig machen“, sagte er. Damit wird aus einer oft belächelten Eigenheit eines Formel-1-Piloten nun ein ganz normaler, wenn auch verspäteter Schritt in Richtung voller Straßenzulassung.
Der Kontrast macht die Geschichte bemerkenswert. Lindblad bestreitet bereits seine Rookie-Saison in der Formel 1, hat nach den ersten zehn Rennen seiner Karriere 20 WM-Punkte gesammelt und liegt damit auf Rang elf der Weltmeisterschaft. Auf der Rennstrecke fährt er gegen die besten Fahrer der Welt, im Alltag in seiner Heimat fehlt ihm dagegen noch immer die vollständige Fahrerlaubnis.
Im Vereinigten Königreich ist das Verfahren klar geregelt. Wer legal auf öffentlichen Straßen fahren will, darf das grundsätzlich erst ab dem 17. Geburtstag und nur nach bestandener Theorie- und Praxisprüfung. Lindblad wurde im August 2024 siebzehn Jahre alt und wird im kommenden Monat 19. Dass er erst jetzt mit praktischen Fahrstunden beginnt, unterstreicht, wie lange das Thema liegen geblieben ist.
Ganz untätig war er dabei nicht. Nach seinen Aussagen hat er die Theorieprüfung bereits bestanden und geht nun die nächsten Schritte zur vollen Fahrerlaubnis an. Im eng getakteten Kalender einer Formel-1-Saison ist das für einen Rookie kein großes sportliches Thema, wirft aber ein Schlaglicht auf den ungewöhnlichen Alltag eines Fahrers, der auf Grand-Prix-Niveau längst geliefert hat, abseits der Strecke jedoch noch eine ganz gewöhnliche Hürde nehmen muss.
Für Lindblad ändert das nichts an seinem starken Start in die Formel 1, aber es setzt einen kuriosen Kontrapunkt zu seiner bisherigen Saison. Während er sich in der WM bereits im Mittelfeld etabliert hat, läuft parallel nun auch ein deutlich profanerer Entwicklungsprozess weiter: der Weg zum ganz normalen Straßenführerschein.
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